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Stadt Kempen: CDU will keine Experimente

Stadt Kempen : CDU will keine Experimente

Vor zwei Jahren stand die Kempener CDU nach einem fast selbstzerstörerischen Parteitag am Scheideweg. Das sieht mittlerweile anders aus. Das Vorstandsteam um Eva Theuerkauf hat die Union in ruhigeres Fahrwasser gebracht.

Es war keine außergewöhnlich spannende Versammlung, die die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes Kempen am Donnerstagabend im Kolpinghaus erlebten. 80 Mitglieder — von derzeit 465 — waren gekommen. Harmonie war angesagt. Vergessen waren die Streitereien bei dem vorigen Parteitag im September vor zwei Jahren, wo nach heftigen Diskussionen mit teilweise sehr harten Bandagen am Ende Eva Theuerkauf den Vorsitz von Jochen Herbst übernahm. Was danach kam, ist aus Sicht der CDU erfreulich: Dem Vorstand um die St. Huberter Ratsfrau ist es gelungen, die Union in ruhigeres Fahrwasser zu bringen.

Die Vorsitzende und ihr Team wurden denn auch mit deutlicher Mehrheit für zwei weitere Jahre bestätigt. Eva Theuerkauf erhielt 65 Stimmen, 12 anwesende Mitglieder wählten sie nicht. Es gab drei Enthaltungen bei ihrer Wahl. Neuer Parteigeschäftsführer ist Hans-Willi Schmitz. Der Banker folgt auf Peter Wolters, der bereits im Vorfeld der Versammlung aus beruflichen Gründen auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte.

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Die Kempener CDU setzt auch mit Blick auf die anstehenden Wahlen — 2013 für den Bundestag und 2014 für den Stadtrat — auf Verlässlichkeit. Experimente beispielsweise in der Schulpolitik lehnt sie ab. Unisono sprachen sich Parteichefin Eva Theuerkauf, Fraktionsvorsitzender Wilfried Bogedain und Bürgermeister Volker Rübo für den Erhalt der mehrgliedrigen Schullandschaft in Kempen aus. Schulversuche, wie jetzt beispielsweise mit der Primusschule in Viersen angekündigt (die RP berichtete), wird es in der Thomasstadt so schnell nicht geben. Die CDU will keine Hektik aufkommen lassen. "Wir lassen uns nicht unter Druck setzen. Wir werden unsere Kinder weiterhin angemessen fördern und fordern", sagte Eva Theuerkauf.

Die Arbeit der Union in den nächsten Monaten wird sich am Arbeitsprogramm 2014 orientieren. Dabei gilt auch hier: Die Kempener CDU will keine Experimente. Alles muss im Rahmen des finanziell Machbaren bleiben, sagte Bogedain. Wenn es beispielsweise um einen Kunstrasenplatz an der Berliner Allee geht, sagt die CDU nicht grundsätzlich Nein. "Aber der Nutzer (der SV Thomasstadt Kempen — die Red.) muss selbst nach weiteren Sponsoren suchen", so Bogedain.

Die CDU Kempen hat seit Herbst 2010 erneut 30 Mitglieder verloren. Sie liegt damit auf Kreisebene im Mittelfeld. Die Mitgliedergewinnung werde verstärkt, versprach Theuerkauf. FRAGE DES TAGES

(RP/ac)