Stadt Kempen: "Beldscheskieker" haben eine neue Anlaufstelle

Stadt Kempen: "Beldscheskieker" haben eine neue Anlaufstelle

Das Team, das ehrenamtlich das städtische Fotoarchiv sichtet, nimmt Privatbilder jetzt im "Kunsthäuschen" an.

"Kempen im Wandel der Zeit" ist das Thema eines Kreises von engagierten Kempenern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Geschichte der Stadt mit Fotos und Bildern zu dokumentieren. Dabei sind die Ehrenamtlichen vor allem darauf angewiesen, dass ihnen möglichst viele Kempener ihre Schätze aus den eigenen Familienalben zur Verfügung stellen. Ab Anfang März kann man die Bilder ganz einfach zwischen 10 und 12 Uhr ins "Kunsthäuschen" an der Umstraße 6 bringen. Jeden zweiten Donnerstag im Monat wird die Gruppe dann dort sein und die Bilder in Empfang nehmen. Die Aufnahmen werden dann eingescannt.

Am meisten freuen sich die fünf Mitglieder der Fotoarchivgruppe, die an die Freiwilligenagentur der Stadt angedockt ist, wenn der Leihgeber möglichst viel zu den mitgebrachten Bildern erzählen kann. Durch den unmittelbaren, barrierefreien Zugang erhofft sich das Team vor allem regen Zulauf von älteren Kempenern. Außerdem kann dank einer guten technischen Ausstattung jeder seine Bilder sofort wieder mit nach Hause nehmen. Damit entfallen umständliche, manchmal schwierige Rückgaben an die Besitzer. Wer donnerstags nicht ins "Kunsthäuschen" kann, findet Josef Lamozik auch mittwochs oder freitags jeweils zwischen 11 und 13 Uhr sowie zwischen 14 und 16.30 Uhr dort.

Seit 2006 treffen sich die "Beldsches-Kieker" jeden Donnerstag, um sich mit Fotos aus der Kempener Geschichte zu beschäftigen. Anlass dieser von der Freiwilligenagentur organisierten Initiative war eine Menge an Bildern, die unsortiert im Rathaus am Buttermarkt lagerten. Daraufhin machten sich damals Edith Heyer, der inzwischen verstorbene Josef Angenheister, Gustaaf Gijsemans sowie Wilhelm Spee an die Arbeit. Gustaaf Gijsemans ist mittlerweile nicht mehr mit dabei. Dafür sind Claudia Stox, Alt-Bürgermeister Karl-Heinz Hermans sowie Josef Lamozik zu dem Kreis gestoßen. Nach dem Beginn im Haus am Acker und einer Zwischenstation im Rathaus ist das Archiv inzwischen unter dem Dach des Kulturforums Franziskanerkloster an der Burgstraße beheimatet.

Die fünf Fotospezialisten sortieren die Bilder und versuchen, viele Informationen dazu zu finden. Dies wird dann sorgfältig dokumentiert, um die Bilder in den richtigen Kontext zu bringen. Rund 20.000 Fotos, Postkarten und Dokumente haben sie mittlerweile gesammelt. Vielfach beachtet werden die einmal jährlichen Ausstellungen der Gruppe im Rathaus. Dabei stellen sie den alten Aufnahmen neue Bilder des gleichen Hauses oder Platzes gegenüber. Entstanden sind dabei auch Kalender und Bücher nach dem gleichen Prinzip.

Jetzt haben sich die "Bildergucker" als neuen Schwerpunkt vorgenommen, Fotos zu Kempener Festen und Vereinen zu sammeln. Weiterhin ist aber alles, was Kempener Leben dokumentiert, bei der Gruppe sehr willkommen.

(sr)