Stadt Kempen: AKH ist zur Hilfe für Kempen bereit

Stadt Kempen: AKH ist zur Hilfe für Kempen bereit

In Viersen betrachtet man die Entwicklung des Kempener Hospitals zum Heiligen Geist mit großer Sorge. Der Geschäftsführer des Allgemeinen Krankenhauses (AKH) Viersen, Gerold Eckardt, wollte am Dienstag einen RP-Bericht nicht dementieren.

Danach gibt es zurzeit Überlegungen, dass Häuser der Münsteraner St. Franziskus-Stiftung oder auch das AKH, an dem Münster eine Minderheitsbeteiligung hält, der Kempener Einrichtung finanziell unter die Arme greifen.

Gegen Vordringen von Helios

Doch zunächst müssten die Bücher in Kempen geprüft werden, um überhaupt etwas zu möglichen Summen sagen zu können, die das AKH, das St.-Irmgardis-Krankenhaus Süchteln oder die ebenfalls zur Münsteraner Klinikgruppe zählenden Krankenhäuser in Kamp-Lintfort, Krefeld-Uerdingen oder Meerbusch-Lank als Finanzspritze leisten könnten.

Eine Beteiligung an der Rettungsaktion für das Kempener Haus erscheint auch wichtig, um ein Vordringen der Helios-Klinikgruppe von Krefeld aus in den Kreis Viersen zu verhindern. Die Helios-Kette gilt als wenig zimperlich, wenn es darum geht, wirtschaftlich angeschlagene Krankenhäuser zu übernehmen und zu sanieren. Kempen würde Helios als so genannte Portalklinik für den Krefelder Standort gut ins Konzept passen.

Dagegen wehrt sich gleichfalls Karl Hensel, Aufsichtsratsvorsitzender der "Hospital zum Heiligen Geist GmbH". Die Philosophie der Franziskus-Stiftung "ist uns näher als Helios, bei denen die Rendite im Vordergrund steht". Das Kempener Hospital solle als solides, leistungsfähiges Krankenhaus mittlerer Größe erhalten bleiben. Die Ortsnähe sei besonders für ältere Bürger wichtig.

Hensel will über die Lösung der aktuellen Finanzprobleme hinaus einen "größeren Wurf, eine großräumige Krankenhauskonzeption" erreichen. Er sieht den Standort Kempen in einer "gewissen Schlüsselposition", um Helios und auch dem Mönchengladbacher Maria-Hilf-Krankenhaus den Expansionsraum Kreis Viersen und südlicher Kreis Kleve zu nehmen. Und das wäre ja auch im Sinne der Franziskus-Stiftung.

In Viersen setzt man auf einen kreisweiten Verbund. Der wurde bereits vor Jahren ernsthaft diskutiert, nachdem der Landrat ein entsprechendes Gutachten zur Krankenhauslandschaft im Kreis Viersen in Auftrag gegeben hatte. Damals gab es bereits einen Verbund der Häuser im Westkreis, der bis heute zwischen Viersen, Nettetal und Süchteln sehr gut funktioniert. Das Kempener Hospital wollte sich diesem Verbund bislang nicht anschließen, obwohl es in der Vergangenheit mehrfach Angebote zu einer Zusammenarbeit aus dem Viersener Westkreis gab.

(RP)