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Der Eyller Berg in Kamp-Lintfort darf nur so hoch werden

Umwelt in Kamp-Lintfort : Der Eyller Berg darf nur so hoch werden

Das Deponie-Ende steht fest, die Standfestigkeit des Eyller Bergs ist gegeben: Kamp-Lintforter Umweltpolitiker hatten am Donnerstag die Gelegenheit, den Sachstand Eyller Berg  aus erster Quelle abzufragen. Der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft nahm an der Sitzung des Umweltausschusses  teil.

Nachdem sich der Umweltausschuss des Landtags bereits im Januar mit der Sondermülldeponie Eyller Berg befasst hatte (RP berichtete), haben sich am Donnerstag Vertreter der Bezirksregierung Düsseldorf und der Betreiberfirma EBA den Fragen der Kamp-Lintforter Umweltpolitiker gestellt: Es ging einmal mehr um die Themen Überhöhung der Deponie, ihre Standsicherheit und das anvisierte Ende am 31. Dezember 2022. „Das Enddatum bleibt bestehen. Es steht nicht zur Diskussion“, bestätigte Matthias Börger, Vertreter der Bezirksregierung Düsseldorf. Das hatte bereits Umweltministerin Ursula Heinen-Esser im Januar garantiert. „Auch die Standsicherheit des Eyller Bergs ist gegeben“, betonte Börger in der gestrigen Sitzung. Die Nachweise habe sich seine Behörde von der Betreibergesellschaft vorlegen lassen. Es sei zu Verzögerungen gekommen, weil die EBA ein spezielles Oberflächenabdichtungssystem einsetzen wolle, für das es in Deutschland noch keine Zulassung gebe. Die Besonderheit sei, dass es sich bei dem Eyller Berg um eine Deponieklasse III handele. „Die Matten müssen deshalb schwerer und dicker werden“, erläuterte der Vertreter der Düsseldorfer Bezirksregierung. Zurzeit prüfen Experten, ob eine solche Oberflächenabdichtung zugelassen werden kann. „Die Sicherheit ist in dem Fall wichtiger als die Schnelligkeit.“ Als Alternative sei eine klassische Oberflächenabdichtung von gleicher Qualität vorgesehen, die allerdings teurer sei und mehr Volumen in Anspruch nehme. Auf Nachfrage der Kamp-Lintforter Umweltpolitiker versprach er, dass seine Behörde nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag mit einer Prüfung abwarten wolle. „Wir müssen uns dann zusammensetzen und entscheiden, wie es weitergeht.“ Die Mitglieder des Umweltausschusses erfuhren, dass die Deponie, die vielen zu überhöht erscheint, bis zum 1. Juli auf eine Höhe von 74 Metern zurückgebaut werden muss. Das hängt unter anderem mit den Sickerwasserleitungen zusammen. Auch ein Antrag der EBA auf Verlängerung der Deponierung sei vom Tisch. „Es gibt keinen Anlass für die Aufregung, die durch die kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Schneider ausgelöst wurde“, betonte Ralf Ossendot, Geschäftsführer der Eyller Berg Abfallgesellschaft. Er zeigte sich davon überzeugt, dass alle im Vergleich festgelegten Auflagen bis 2022 umgesetzt werden können. Er musste darüber hinaus zur Verkehrssicherheitspflicht auf dem Eyller Berg, über Sicherheitsleistungen des Unternehmens in Form von Rückstellungen und über den Fluss des Sickerwasser bis zur Kläranlage der Lineg Auskunft geben. Bernhard Kames (Grüne) wollte wissen, wann der Fuß- und Feldweg rundum den Berg wieder durchgängig ist. Dort befindet sich zurzeit das Sickerwassersammelbecken der Deponie. Der Weg, so Ossendot, sei gesperrt, um Vandalismus zu verhindern. „Man wird darüber diskutieren, ob er wieder freizugeben ist.“ Am Ende bot Ossendot den Politikern seine weitere Gesprächsbereitschaft an: „Stellen Sie Fragen, wir antworten Ihnen gerne.“