Kaarst: Ziele für Klimaschutz werden konkreter

Kaarster Bau- und Umweltausschuss: Ziele für Klimaschutz werden konkreter

Im Buna wurden jetzt erste Ergebnisse der Klimaschutzberatungen vorgestellt und Handlungsschwerpunkte erläutert.

Im Bau- und Umweltausschuss (Buna) wurden jetzt die Handlungsschwerpunkte des Klimaschutzkonzeptes und das weitere Vorgehen vorgestellt. Unter anderem soll zukünftig bereits im Kinder- und Jugendbereich mit der Klimabildung begonnen werden. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien steht vor allem die Solarenergie im Fokus.

Bereits im September 2016 hat der Rat der Stadt Kaarst den Beschluss gefasst, ein "Integriertes Klimaschutzkonzept mit Anpassung an den Klimawandel" zu erstellen. Nach Erhalt der Förderzusage wurde die Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft aus Essen beauftragt, ein Klimaschutzkonzept zu erstellen. Helene Püllen von Gertec stellte im Buna jetzt die ersten Ergebnisse vor.

Bislang wurde eine CO2-Bilanzierung und Potenzialanalyse erarbeitet. Diese macht deutlich, dass in Kaarst verhältnismäßig viele Emissionen durch den Verkehr entstehen. So sind 45 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes der Stadt auf diesen Faktor zurückzuführen. Die Wirtschaftssektoren hingegen fallen mit insgesamt 16 Prozent etwas niedriger aus. Private Haushalte machen 36 Prozent aus, die Kommunale Verwaltung drei Prozent. Das sei zwar nur wenig, aber trotzdem relevant, "weil die Vorbildwirkung auf die Bürger wichtig ist", sagt Püllen. Die größten Minderungspotenziale im Bereich erneuerbare Energien liegen im Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Dachflächen. In Privathaushalten ist die Heizung ein großer Bereich, in dem Emissionen gemindert werden können.

Auf der Grundlage der CO2-Bilanzierung und der Potenzialanalyse sind folgende Handlungsschwerpunkte entstanden: Die Kommune als Vorbild, (Klima-)Bildung im Kinder- und Jugendbereich, Klimaanpassung, Mobilität, Private Haushalte/Wohnen, Ausbau Erneuerbarer Energien und Klimaschutz in der Wirtschaft. Zu den jeweiligen Handlungsschwerpunkten gibt es diverse Unterpunkte. In den Bereich "Kommune als Vorbild" etwa fällt die Energieeffizienz in den eigenen Liegenschaften oder aber, wie die Verwaltung mit dem Papierverbrauch umgeht. In der "Klima-Bildung im Kindesalter" gibt es die Überlegung, einen Workshop mit der Kitaleitung abzuhalten und somit die frühe Klima-Bildung in Kaarst zu etablieren. Ziel ist es, den Kindern das Bewusstsein für den Klimaschutz von Anfang an mitzugeben.

Unter "Klimaanpassung" darf man unter anderem den Schutz und den Ausbau von Grünflächen verstehen. Der große Punkt "Mobilität" beinhaltet beispielsweise die Vermeidung/Verringerung von Kfz-Verkehr sowie die Optimierung des ÖPNV. Mehr und bessere Radwege und ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz wären mögliche Ansatzpunkte, genau wie die Stärkung von E-Mobilität, erläutert Püllen. Unter den Punkt "Private Haushalte/Wohnen" fallen energetische Sanierung, klimaoptimierter Neubau, aber auch die Aufklärung, Information und Beratung. Wichtig sei die Aufklärung und Beratung auch beim Klimaschutz in der Wirtschaft. Beim Punkt "Ausbau Erneuerbarer Energien" liegt der Fokus auf Solarenergienutzung.

Die Handlungsschwerpunkte bilden unter anderem die Basis für Workshops und den Aufbau des späteren Maßnahmenkatalogs. Wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Durchführung des Klimaschutzkonzeptes sei in erster Linie die politische Willensbildung, daher wird es neben verschiedenen Veranstaltungen mit der Verwaltung und Bürgern auch Politikerworkshops geben. Außerdem bilden die Handlungsschwerpunkte die Grundlage für die Entwicklung individueller Klimaziele. Diese sollen am Ende eine einheitliche Orientierung für die Politik, die Verwaltung sowie Bürger darstellen und können sich beispielsweise an Bundes- oder Landeszielen orientieren.

(NGZ)