Jüchen: Gedächtnistrainer hält Senioren geistig fit

Jüchen: Gedächtnistrainer hält Senioren geistig fit

Das "Gehirnjogging" mit dem Hochneukirchener Dozenten Hans Hensen zählt zu den neuesten Angeboten des Seniorennetzwerks.

Wer nicht geistig arbeitet, der büßt schnell an Konzentrationsfähigkeit ein. Viele ältere Menschen haben genau mit diesem Problem zu kämpfen - häufig dann, wenn ihr Ehepartner verstirbt und sie nur wenige oder gar keine sozialen Kontakte pflegen. "Soziale Kontakte sind ebenso wichtig wie gesundes Essen und Bewegung", sagt Hans Hensen. Er ist seit 20 Jahren als selbstständiger Dozent in der Erwachsenenbildung aktiv und möchte Menschen helfen, sich im Alter geistig fit zu halten - und zwar mit einer Art "Gehirnjogging" als Kursus beim Jüchener Seniorennetzwerk "55 plus", dessen Mitglied er bereits seit einiger Zeit ist.

Dort möchte Hans Hensen nicht nur die Konzentrationsfähigkeit mit den Teilnehmern trainieren, sondern ihnen auch die Möglichkeit geben, miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen. Das Gedächtnistraining als Kursus beim Seniorennetzwerk findet jetzt zum ersten Mal statt - der Startschuss für die zehn Treffen (jeweils eine Stunde) fällt am Donnerstag, 15. Februar, 14 Uhr, im Netzwerkbüro am Jüchener Haus Katz.

Was er in seinem Kursus genau machen möchte? "Ich versuche, die einzelnen Treffen so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten", betont Hensen, der einige Beispiele nennt: So möchte er etwa eine "Fühlkiste" mitbringen, in der die Teilnehmer Gegenstände ertasten müssen, ohne sie zu sehen. "Das regt den Gefühlssinn an und erfordert viel Konzentration", sagt der Hochneukircher. Außerdem möchte er mit den Teilnehmern üben, sich Dinge vor ihrem geistigen Auge vorzustellen und sich "Eselsbrücken" zu bauen, um sich etwa Namen zu merken. Dabei sollen beide Gehirnhälften angesprochen werden: die analytische und die kreative. Beispiel: "Wer sich den Nachnamen Müller merken möchte, könnte sich zur Verinnerlichung einen Müller vorstellen, also jemanden, der in einer Mühle arbeitet. Je absurder die Assoziationen sind, desto merkwürdiger sind sie für uns - sie werden würdig, sie sich zu merken."

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Der Gedächtnistrainer, der einen ähnlichen Kursus auch an der Volkshochschule in Grevenbroich leitet, ist davon überzeugt, dass Senioren auch einer Verschlimmerung der altersbedingten Demenz durch das "Gehirnjogging" und durch eine veränderte Lebenseinstellung (Bewegung, gesünderes Essen) entgegenwirken können. "Man muss allerdings deutlich zwischen altersbedingter Demenz, also Schusseligkeit und Vergessen, und einer Alzheimer-Erkrankung unterscheiden, bei der Menschen oft den Sinn bestimmter Dinge gar nicht mehr verstehen", betont Hans Hensen, der sich ganz persönlich unter anderem dadurch geistig fit hält, Gedichte auswendig zu lernen.

Er hat aber auch ein paar Tipps für das alltägliche Gedächtnistraining auf Lager: "Es hilft schon, ab und zu Dinge anders zu machen als sonst. Man könnte sich als Rechtshänder beispielsweise die Zähne mit links putzen - das erfordert Konzentration. Oder man kann im Supermarkt die Preise der Artikel zusammenrechnen, die man kauft." Hensen ist es wichtig, dass die Teilnehmer Spaß an seinem Kursus haben. "Ohne den geht es nicht", sagt der 69-Jährige, der sich gerne auch die Geschichten der Menschen anhört, die zu ihm kommen.

Wer an dem kostenfreien Kursus des Seniorennetzwerks teilnehmen möchte, sollte sich telefonisch beim DRK in Grevenbroich unter 02181 650024 anmelden. Das DRK kooperiert mit dem Netzwerk; Ansprechpartnerin ist Anja Peltzer.

(cka)