Hückeswagen: Schweinepest: Jäger atmen auf

Hückeswagen : Schweinepest: Jäger atmen auf

Wenn die EU-Kommission im April die wegen der Schweinepest "gefährdeten Bezirke" für aufgehoben erklärt, können die Jäger den Wildsammelcontainer bei Winterhagen abbauen. Schwarzwild wird weiterhin untersucht.

Ende März müssen die Hückeswagener Jäger noch einmal die Impfköder gegen die Schweinepest ausbringen, dann ist das Thema womöglich für sie bald beendet. Amtsveterinärin Roswitha Greven ließ am Freitagabend bei der Mitgliederversammlung des Hegerings im Haus Hartmann die Geschehnisse der vergangenen dreieinhalb Jahre Revue passieren. Ende 2008 gab es den ersten infizierten Frischling im Rheinisch-Bergischen Kreis, im Januar 2009 wurde der Oberbergische Kreis zum Überwachungsgebiet erklärt.

"Seitdem hat es viele Auflagen für die ,gefährdeten Gebiete' gegeben", erläuterte sie. Die Wildschweine mussten vermehr bejagt und dann in die im März 2009 errichtete Wildsammelstelle im Gewerbegebiet Winterhagen-Scheideweg gebracht werden. Dort werden seitdem Proben genommen, um eine Infizierung oder Antikörper nachzuweisen. Auch für die Besitzer von Hausschweinen gab es strenge Bestimmungen. "Diese mussten eingesperrt, jeder Transport musste genehmigt werden", sagte Greven.

Entscheidung fällt im April

Dank regelmäßiger Impfaktionen hat es in Hückeswagen keinen Fall von Schweinepest gegeben. Lediglich ein Nachweis von Antikörpern 2009 ergab, dass eine Infektion vorgelegen hatte. Roswitha Greven: "Die Europäische Union hat eine Immunisierung von 70 Prozent anvisiert, wir haben rund 50 Prozent des Schwarzwildbestandes mit unseren Impfungen erreicht." Da keine weiteren Fälle aufgetreten sind, kann der "gefährdete Bezirk" nun aufgehoben werden. "Im April tagt der EU-Ausschuss. Diese Entscheidung müssen wir noch abwarten."

Johannes Meier-Frankenfeld. Vorsitzender des Hegerings, fügte hinzu, dass mit dieser Entscheidung allen Jägern ein Stein vom Herzen falle. "Wenn der ,gefährdete Bezirk' offiziell aufgehoben ist, können wir den Container in Winterhagen entfernen." Erlegtes Schwarzwild kann dann in der heimischen Kühlkammer aufbewahrt werden, bis die Proben von der Trichinenschau begutachtet sind. "Wir können das Fleisch dann auch endlich wieder über die Kreisgrenzen hinaus vermarkten", freute sich Meier-Frankenfeld. Das ist bislang nicht möglich. Zudem durften Jäger, die im Oberbergischen Kreis ihr Revier haben, aber außerhalb wohnen, ihr eigenes Wild nicht transportieren.

Gebiet weiter unter Beobachtung

Dennoch ist es noch nicht ganz vorbei mit der sorgfältigen Beobachtung. Roswitha Greven: "Wir werden zum Monitoring-Gebiet erklärt und müssen weiterhin Proben zur Untersuchung auf Schweinepest abgeben." Die drei in Oberberg vorhandenen Wildsammelcontainer sollen übrigens im Kreis verkauft werden, um im Ernstfall auf sie zurückgreifen zu können.

(heih)