Hückeswagen: Frühjahrsputz für die Stadt

Hückeswagen: Frühjahrsputz für die Stadt

Fast vier Tonnen Müll, darunter mehr als 50 Autoreifen, wurden am Samstag von den Helfern der Aktion "saubere Stadt" gesammelt. An die 100 Freiwillige sorgten dafür, dass die Stadt ein bisschen hübscher wurde.

Müll in der Landschaft und auf den Straßen sieht nicht nur hässlich aus, sondern schadet auch der Umwelt. Unter dem Motto "saubere Stadt" hatten daher die Stadtverwaltung und der Bergischen Abfallwirtschaftsverband (BAV) für vorigen Samstag wieder die jährliche Aufräum-Aktion organisiert. "Wir hatten im Vorfeld 70 Anmeldungen", berichtete Georg Rath, Umwelt-Sachbearbeiter bei der Stadt. "Doch es sind an die 100 Helfer dabei", freute er sich. Ausgestattet mit Handschuhen, Greifzangen und Müllsäcken verteilten sich die einzelnen Gruppen im Stadtgebiet und einigen Außenortschaften.

Der leichte Nieselregen machte Felix Frauendorf, der mit einer Gruppe der Grünen in Kobeshofen unterwegs war, nichts aus. "Regen sind wir doch gewöhnt", sagte der freiwillige Helfer und stellte einen weiteren vollen Müllsack an die Straße. Im vorigen Jahr goss es wie aus Kübeln; da waren die Beteiligten über den leichten Nieselregen und die milden Temperaturen an diesem Samstag sogar erfreut.

Über die vielen jungen Helfer freute sich auch Bürgermeister Uwe Ufer: Nicht nur die Schulen hatten im Vorfeld bereits Müll gesammelt, "heute sind auch viele junge Menschen mit Verantwortung dabei". Aber auch viele Vereinsgruppen, Parteien und Privatleute befreiten die Natur von Glasflaschen, Radkappen, Verpackungsmüll bis hin zu Grills, Autoreifen, Unterwäsche und sogar einer Waschtrommel. Eine Geldkassette mit Schlüssel ließ kurzzeitig Vorfreude aufkommen, beherbergte aber nur eine kleine Waldspinne.

Derweil fand Philipp Wüster vom CVJM Herweg an der Straße Richtung Radevormwald jede Menge Verpackungen einer Fast-Food-Kette. "Wahrscheinlich werden sie nach dem Essen einfach aus dem Autofenster geworfen", vermutete der 18-Jährige. Mit einer Jugendgruppe in Uniformen war auch die Feuerwehr an der Aktion beteiligt. "Die Kleidung ist praktisch, denn sie ist wasserfest", erläuterte Oberbrandmeisterin Silke Lemmen. "Außerdem wolle wir als Gruppe der Feuerwehr erkannt werden."

Durch den regelmäßigen Einsatz des Bauhofs, den Ein-Euro-Kräften und der jährlichen Sammelaktion hielt sich der wilde Müll in Hückeswagen in Grenzen. "Trotzdem sind fast vier Tonnen Restmüll zusammen gekommen", schätzte Christoph Rösgen vom BAV. Entsorgt wird der größte Teil in der Verbrennungsanlage in Leverkusen. Elektrogeräte, Autoreifen und schadstoffhaltige Dinge dagegen werden separat verwertet.

Für die Helfer gab es am Mittag in der Glashalle des GBS-Hauses eine Stärkung in Form von Getränken und Würstchen. Die schmeckten auch Simon Boxberg, dem man seinen Einsatz an der verschmutzten Regenhose und den mit Schlamm verschmierten Gummistiefeln ansah. Bei einer Verlosung gewann der Siebenjährige den Hauptpreis – ein solarbetriebenes Dampfradio.

(RP)