Hückeswagen: Beim "Schmidtsingen" große Freude am eigenen Gesang

Hückeswagen : Beim "Schmidtsingen" große Freude am eigenen Gesang

Ein Stimmband-Training der besonderen Art gab's am Samstag beim "Schmidtsingen" im Kultur-Haus Zach. Der Kölner Musiker André Schmidt verwandelte die gut 30 bestens aufgelegten Besucher mit klassischen Evergreens der deutschen und englischen Musikgeschichte in einen Spontanchor, der sich hören ließ.

Mit der Gitarre in der Hand und den Liederzeilen an der Wand brauchte es nur noch den ersten Akkord, und schon stimmten die Besucher mit ein. Mit kräftigen Stimmen, funkelnden Augen und einem Lächeln im Gesicht schwelgte der eine oder andere Gast an diesem Abend in Erinnerung, während er "Über den Wolken" oder "Mein kleiner grüner Kaktus" sang oder zwischen den Zeilen von Trude Herrs "Ich will keine Schokolade" schmunzelte. In der Gruppe, fernab des Rampenlichts, in dem André Schmidt mit seiner Gitarre stand, trauten sich alle mitzusingen. Da war es auch egal, wenn jemand in der Gruppe den Ton nicht wirklich traf.

"Es macht einfach viel Spaß", äußerte Besucherin Monika Geläzius. Hemmungen, lautstark mitzusingen, habe sie nicht, erzählte sie. Sie müsse schließlich nicht auf der Bühne stehen. Von ihrem Platz in der ersten Reihe traute sich auch Ilona Kammerhoff, ordentlich miteinzustimmen, obwohl sie sonst nur zuhause vor sich her singt - "und wenn keiner zuhört." Die Hückeswagenerin war mit ihren beiden Kindern Anna (8) und Luca (6) gekommen, den mit Abstand jüngsten Sängern an diesem Abend. "Die meisten Lieder kenne ich zwar nicht, aber ich singe trotzdem mit, weil es Spaß macht", sagte die Achtjährige. Auch Luca waren die Titel der Neuen Deutschen Welle, der Goldenen 50er und 60er Jahre eher fremd, doch auch er stimmte kräftig mit ein. "Ich hatte gehofft, dass die Kinder hier Spaß haben", sagte die Mutter. "Weil sie gerne in der Schule und im Kindergarten singen, dachte ich, wäre das eine gute Veranstaltung." Und das war sie.

Es wurde kräftig gesungen und mitgeklatscht, gewippt und geschunkelt und nach jedem Lied applaudiert und gelacht. Die Stimmung war großartig, was nicht zuletzt an der Liedauswahl, aber auch an Schmidts Art lag, wie er sein Publikum in Szene setzte. Häufig nahm er sich gesanglich zurück und begleitete schlicht an der Gitarre. Dass sich Mitsing-Konzerte immer größerer Beliebtheit erfreuen, sagte der Musiker, liege an dem Erlebnis und der Freude, gemeinsam zu musizieren.

(sebu)
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