Hückeswagen: Erste Hilfe am Kind

Hückeswagen : Erste Hilfe am Kind - Kursus gegen die Panik

Brenzlige Momente in der Jugendgruppe oder Ausnahmesituationen bei Ausflügen mit den Enkeln: Für mehr Sicherheit bei Notfällen mit Kindern und Säuglingen bot die Kolpingsfamilie zum ersten Mal einen speziellen Erste-Hilfe-Kursus an.

Beate Breidenbach macht sich manchmal Sorgen. Zweimal in der Woche besucht sie ihr zweijähriger Enkel - sehr zur Freude der begeisterten Oma. Aber was, wenn das Kind sich böse verschluckt, wenn der Kleine stürzt oder sich verletzt? "Ich will in so einem Fall nicht in Panik verfallen, sondern richtig handeln", erklärte Beate Breidenbach. Deswegen hat sie sich schon kurz nach der Geburt ihres Enkels nach Kursen umgesehen, die sie für solch eine Situation schulen. Mit dem Angebot der Kolpingsfamilie in Hückeswagen kam sie nun auf diesen Gedanken zurück. Zum ersten Mal bot sie die Erste Hilfe am Kind an. "Wahrscheinlich würde man im Notfall instinktiv vieles richtig machen", befand die 63-Jährige, "aber durch diesen Kursus bekomme ich nun viel mehr Sicherheit".

Genau diese Sicherheit hatte sich die Kolpingsfamilie für die Teilnehmer des Kurses gewünscht. "Auch in unseren Jugendgruppen ist das ein Thema", erklärte Hannah Breidenbach von der Kolping-Jugend. So kamen sie im Team auf die Idee, zum ersten Mal nicht den üblichen Erste-Hilfe-Kursus, sondern eine spezielle Ausgabe mit dem Fokus auf Kinder und Säuglinge anzubieten. Sie warben in Kindertagesstätten und Schulen sowie in der Kinder- und Jugendarbeit dafür. Am Ende nahmen vor allem Großeltern das Angebot wahr.

Acht Stunden lang widmeten sich die Teilnehmer am Samstag Verbänden, Kompressen, Kinderkrankheiten und Reanimationen. Die Puppen waren etwas kleiner als gewohnt und Fragen und Antworten auf Notfälle mit Kindern zugeschnitten. Eine Botschaft schickte Tanja Heidgen vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) gleich vorneweg: "Man kann nichts falsch machen bei der Ersthilfe. Der einzige Fehler ist, nichts zu tun." Flott, gekonnt und ganz praktisch dirigierte die Fachfrau die Teilnehmer durch den Kursus. "Machen statt gucken" sei ihr Motto, bekundete sie und ließ die Teilnehmer gut vorbereitet auf Verbände und Puppen los.

"Das ist ewig her, seit wir für den Führerschein so einen Kurs gemacht haben", befand Beate Breidenbach, bevor sie sich das Dreieckstuch genauer ansah. Das sei nicht mehr wie damals aus Stoff und habe heute viele, wunderbare Funktionen, schwärmte die DRK-Expertin und übte mit den Besuchern in Kleingruppen. Wohin gehört eine Kompresse? Wie werden Verbände angelegt? Wann wird es kritisch? Auf jede Frage fanden Tanja Heidgen und die Teilnehmer gemeinsam Antworten.

"Vieles ähnelt dem gewöhnlichen Erste-Hilfe-Kursus", erläuterte die DRK-Referentin. Ersthelfer, die sie fröhlich "Helden" nannte, müssten immer zuerst für die eigene Sicherheit sorgen. Das gelte auch beim Umgang mit Säuglingen und Kindern. Handschuhe seien Pflicht. Aber vor allem, als es an die Reanimation ging, bekamen die Teilnehmer die Unterschiede zu spüren. Sie testeten ihr frisch eingeübtes Wissen an der kleinen Säuglingspuppe und an der größeren, die sie auf Kinder in Notsituationen vorbereiten sollte. "Die Übung machen wir als Letztes", erklärte Tanja Heidgen. Die Reanimation sei besonders wichtig, denn sie rette Leben. Deswegen sei es besonders wichtig, dass etwas von der Übung hängenbleibe.

(resa)
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