Haan: Großes Werk für Karfreitag

Haan: Großes Werk für Karfreitag

Der Kammerchor und das Kammerorchester der katholischen Pfarre haben sich mit professionellen Sängern verstärkt, um Karfreitag die vierte Version der Johannespassion von Johann Sebastian Bach aufzuführen.

Ein bemerkenswertes Musikerlebnis wird Karfreitag in der katholischen Pfarrkirche St. Chrysanthus und Daria Haan geboten. "Die Johannespassion ist für eine kleine Stadt wie Haan etwas Besonderes", betont Stefan Scheidtweiler. "Das Werk von Johann Sebastian Bach ist eines der bedeutendsten barocken Oratorien", sagt der Kantor, der seit Wochen mit Solisten, Orchester und Kammerchor der katholischen Kirchengemeinden Haan und Gruiten für diese Aufführung probt.

Besonders freut den studierten Kirchenmusiker Scheidtweiler, dass er die vierte Version der Johannespassion vorstellen kann, die Bach ein Jahr vor seinem Tod 1750 noch abgeändert hatte. "Es war sein radikaler Versuch, auf blumigen Barock zu verzichten, stattdessen Formulierungen mit abstrakten und rationalen Begriffen zu wählen", erläutert der Musikexperte. Diese Fassung des Komponisten und Tonschöpfers Bach werde erst seit 2002 veröffentlicht. "Das Thema freut jeden Fachmann und ambitionierten Laien", weiß Scheidtweiler.

Letzte Aufführung vor 20 Jahren

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In Haan sei die Johannespassion zuletzt vor 20 Jahren von der evangelischen Kantorei aufgeführt worden. "Es ist ein sehr schwieriges Werk", betont Scheidtweiler. Deshalb habe er bei den Solisten auch Profis wie Anja Paulus (Sopran) und Esther Borghorst (Alt) ausgewählt. Sie sind bereits öffentlich in Haan aufgetreten und Karfreitag nun zusammen mit Lothar Blum (Evangelist/Tenor) und Matthias Sprekelmeyer (Jesus/Bass) in der Johannespassion zu hören, die Jesu Leidensgeschichte von der Gefangennahme bis zur Grablegung erzählt.

Musikalisch einzigartig

Voll des Lobes ist der Dirigent Scheidtweiler für seinen "wirklich guten" jungen Kammerchor der Kirchengemeinden Haan und Gruiten, der erst 2009 gegründet wurde. Er hat inzwischen 33 Mitglieder, die zum Teil zusätzlich Gesangsunterricht hatten. Begleitet werden die Sänger von einem "frei zusammengestellten professionellen Kammerorchester". Über die Kosten für diese exklusive zweistündige Aufführung mit Arien, Chören und Rezitativen schweigt sich Stefan Scheidtweiler zurückhaltend aus. Im Vordergrund stehen für ihn die Bedeutung des Ereignisses und die musikalische Einzigartigkeit für die Gartenstadt.

(RP)