Haan: Weg durch Ittertal ist privat

Haan: Weg durch Ittertal ist privat

Das Verwaltungsgericht hat mit einem Urteil zwar Klarheit geschaffen. Jetzt ist aber ungewiss, was mit dem stark frequenierten Spazierweg geschieht. Stadt und Eigentümer der Bruchermühle suchen eine Lösung.

Der Weg durchs Ittertal, zwischen der Straße Müllersberg und dem Schaafenkotten ist kein öffentlicher Weg. Das hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf in einem Urteil festgestellt und Rechtsmittel nicht mehr zugelassen. Damit könnten die Eigentümer der Bruchermühle, Sabine und Gero Legner, den von Spaziergängern, Radfahrern und Reitern stark frequentierten Weg sperren. Derzeit laufen Verhandlungen zwischen Familie Legner und der Stadt Haan, die bisher geltend gemacht hatte, der Weg sei öffentlich. Über den Stand der Gespräche und mögliche Alternativen vereinbarten beide Seiten noch Stillschweigen. "Wir wollen in Ruhe verhandeln", merkte Ordnungsamtsleiter Michael Rennert an.

Dicke Bäume, die auf dem Schieferhang nördlich des Weges kaum Halt finden, stürzen immer wieder auf den Pfad, der 1931 in das Verzeichnis der Uferwege eingetragen wurde und damals Gäste zum früheren Ausflugslokal Bruchermühle brachte. Nachdem Legner den seit etwa 1975 asphaltierten Pfad 2007 nach einem Baumsturz auf Geheiß der Polizei gesperrt hatte, flatterte ihm eine Ordnungsverfügung der Stadt ins Haus. Seither war zwischen den Parteien streitig, ob der Weg nun öffentlich oder privat ist.

Das Gericht stellte klar: "Bei dem streitigen Weg handelt es sich nicht um eine öffentliche Straße." Dazu hätte die Fläche offiziell "gewidmet" sein müssen. Darauf gibt es keine Hinweise aus der Vergangenheit, als noch wegerechtliche Vorschriften der Jülich-Bergischen Polizeiordnung vom 10. Oktober 1554 und die Bergische Wegeordnung vom 18. Juni 1805 galten. Seit 1962, als das Landesstraßengesetz in Kraft trat, hat es jedenfalls keine Widmung gegeben. Auf Urkarten (von 1830 und 1831) ist der Weg nicht eingezeichnet. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.

Der Asphaltweg kann von schweren Fahrzeugen nicht befahren werden. Zur Müllabfuhr rollen Bewohner des Schaafenkotten ihre Tonnen bis zur Bruchermühle. Die Brücke über die Itter sollte schon im Vorjahr erneuert werden. Das alte Bauwerk ist so marode, dass unlängst sogar ein Pferdehuf durch ein Holzbrett auf dem jetzt noch mehr verengten Provisorium brach.

(RP)