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Stadtschulpflegschaft nimmt in Haan Arbeit auf

Haan : Stadtschulpflegschaft nimmt Arbeit auf

Luftreiniger für die Klassen, die Ausstattung mit Computern für den Distanzunterricht und Corona-Teststrategien im Herbst: Die neue Interessenvertretung der Eltern in Haan hat sich schon viel vorgenommen.

In vielen Nachbarstädten von Haan gibt es sie schon, seit 27. Mai auch in der Gartenstadt: die Stadtschulpflegschaft. Elternvertreter an den Gemeinschaftsgrundschulen Bollenberg, Mittelhaan, Don Bosco, Unterhaan sowie des städtischen Gymnasiums, der städtischen Gesamtschule und der Emil-Barth-Realschule haben sie ins Leben gerufen. Sie wollen Themen aufgreifen, die die Haaner Schulen gleichermaßen betreffen.

„Die Stadtschulpflegschaft für die Schulen ist das Pendant zum Stadtelternrat für die Kitas“, erklärt Svenja Kahlke-Kreitzberg, Vorsitzende des neuen Gremiums. Die Mitglieder in der Stadtschulpflegschaft möchten frühzeitig mitkriegen, was in der Stadtverwaltung läuft, den Eltern die Möglichkeit verschaffen, in Themen eingebunden zu werden und sich mit ihren Anliegen gemeinsam Gehör zu verschaffen.

„Unser primäres Ziel ist die Vertretung der Interessen der Eltern von Schülerinnen und Schülern der Haaner Schulen gegenüber dem Schulträger und den entsprechenden Schulaufsichten sowie die Bereitstellung einer Diskussions- und Informationsplattform. Hierbei sollen Eltern und einzelne Schulpflegschaften bei der Erziehungs- und Bildungsarbeit im Bereich der Schule beraten und unterstützt werden. Dabei verstehen wir uns als Bindeglied zwischen dem Schulamt und den Erziehungsberechtigten in den Belangen, die alle Schulen oder eine bestimmte Schulform angehen“, heißt es in einer aktuellen Präsentation des neuen Gremiums.

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Die Idee einer Stadtschulpflegschaft habe ihren Ursprung nicht in der aktuellen Corona-Krise, sondern entspringe einem allgemeinen Wunsch der Eltern auf mehr Mitwirkung und Einbindung im Rahmen der Gestaltung der Zukunft ihrer Kinder.

„Wir sehen uns als Partner von Verwaltung und Politik“, betont Kahlke-Kreitzberg. Das scheint dort auch so angekommen zu sein, denn die neue Pflegschaft wurde bereits als beratendes Mitglied in den städtischen Ausschuss für Bildung und Sport aufgenommen. Obwohl Corona nicht der Grund für die Gründung war, spielt das Virus in der aktuellen Arbeit der Elternvertreter eine große Rolle. „Als kurzfristige Priorität unterstützen wir sämtliche Maßnahmen, die geeignet beziehungsweise notwendig sind, den geregelten Unterricht in einer möglichen vierten Welle der Pandemie sicherzustellen; zudem Maßnahmen, die die Auswirkungen des Unterrichtsausfalls während des letzten Schuljahrs ausgleichen sollen“, betonen die Elternvertreter.

So wird sich die Stadtschulpflegschaft damit auseinandersetzen, ob und in welcher Form die Stadt Belüftungsgeräte für Klassenzimmer anschaffen sollte, um das Infektionsrisiko im Präsenzunterricht zu mindern. In den Blick nehmen will sie dabei auch vorhandene Lüftungsanlagen, die möglicherweise mit Filtern nachgerüstet werden können. „Hier sollte die Verwaltung pro-aktiv handeln, um den Bedarf zu ermitteln, die bereitgestellten Fördermittel des Bundes und des Landes zu sichern und den Bestellprozess gegebenenfalls vorzubereiten“, fordern die Elternvertreter. Auf der Agenda stehen außerdem die Digitalisierung der Schulen und die Ausstattung der Schüler mit digitalen Endgeräten. „Ein Computer gehört heute wie ein Schulbuch als Arbeitsgerät dazu“, betonen Svenja Kahlke-Kreitzberg und ihre Stellvertreterin Susanne Schad-Curtis.

Sie schätzen, dass in Haan rund ein Drittel der Schüler nicht die notwendige technische Ausrüstung hat, um optimal am Unterricht – auch in der Distanz – teilnehmen zu können. Ziel soll daher die Vollausstattung vor allem in den weiterführenden Schulen ab der siebten Klasse sein. Nicht zuletzt geht es der Stadtschulpflegschaft darum, den Umgang mit Quarantäne und Teststrategien an den Schulen professionell und transparent zu gestalten. Da will man das Gespräch mit dem Gesundheitsamt suchen: „Hier kam es in der Vergangenheit öfters zu Kommunikationsproblemen und Verzögerungen, die die Akzeptanz der getroffenen Maßnahmen untergräbt. Hier müssen in Zukunft alle Beteiligten - insbesondere auch die Eltern - konstruktiv und transparent eingebunden werden.“