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Grevenbroich: Vor dem Tunnel kracht es oft

Grevenbroich : Vor dem Tunnel kracht es oft

Die Kreuzungen am Elsbachtunnel und die Straße Am Hammerwerk gehören zu den unfallträchtigsten Stellen in der Stadt. Insgesamt liegen sogar neun von kreisweit 20 Unfallhäufungsstellen in Grevenboich.

Vier Menschen wurden bei einem Unfall vorige Woche auf der Kreuzung Montz-/Kaplan-Hahn-Straße am Elsbachtunnel verletzt – eine von neun Unfallhäufungsstellen in der Stadt. Damit liegt Grevenbroich weit an der Spitze: Im gesamten Kreisgebiet gibt's lediglich 20 solcher Stellen.

Fährt es sich in der Schlossstadt also besonders gefährlich? "Nein, die Unfallentwicklung hier ist günstiger als im Kreisdurchschnitt", betont Bernhard Wöltgen (51), Leiter der Polizeiwache Grevenbroich. Die Zahl der Verletzten sank 2010 gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent auf 251, kein Mensch musste 2010 im Straßenverkehr sterben. Ein Grund für die vielen Unfallhäufungsstellen: "Wir sind die flächenmäßig größte Kommune – mit vielen Verbindungsstraßen, auf denen recht schnell gefahren wird, Unfälle oft schwerere Folgen haben als im Stadtverkehr", so Wöltgen. Eine solche Stelle ist an der Energiestraße an der Einmündung Stüßgesend.

Ein besonders unfallträchtiger Bereich jedoch, den auch die Politik im Visier hat, liegt mitten in der Stadt: Am Hammerwerk und an den Kreuzungen am Elsbachtunnel. "Am Hammerwerk mit den vielen Ausfahrten kracht es am häufigsten. Darunter sind viele Parkrempler, aber auch Unfälle mit Radfahrern. Viele fahren nicht auf der Straße, sondern nutzen den Bürgersteig. Damit rechnen oft Autofahrer nicht, wenn sie etwa zu Geschäften abbiegen", so Wöltgen. Bei zwölf schwereren Unfällen 2010 wurden zwei Menschen verletzt.

Seit Jahren arbeitet die Stadt an einer Lösung: Die Straße soll Abbiegespuren und Radwege erhalten. Der Planungsausschuss gab am Dienstag grünes Licht für den Bebauungsplan (NGZ berichtete).

Häufig – vor allem beim Linksabbiegen – schepperte es auf der Hammerwerkkreuzung am Elsbachtunnel: Bei 20 Unfällen wurden sieben Menschen verletzt. "Viele Autofahrer sind wohl mit dem großen Kreuzungszuschnitt überfordert", so Wöltgen. Dieser Bereich ist – noch – nicht als Unfallhäufungsstelle ausgewiesen, im Gegensatz zur Nachbarkreuzung an der Montz- und Kaplan-Hahn-Straße. Allein im Dezember wurden fünf Menschen verletzt.

Häufiger Unfallgrund: Abbiegefehler. Linksabbieger aus Richtung Elsbachtunnel haben neuerdings eine eigene Ampelphase. "Wir wollen abwarten, ob das hilft", so CDU-Fraktionschef Norbert Gand. Die CDU macht sich aber, gerade mit Blick auf Unfälle beim Abbiegen, für den Bau von Kreisverkehren auf beiden Kreuzungen stark. "2012 sollte mit der Planung für den Hammerwerkkreisel begonnen werden." Durch die Unfallstatistik bestätigt fühlt er sich für die Straße Am Hammerwerk: "Unsere Entscheidung zum Ausbau ist richtig. Die Pläne sind nicht überdimensioniert, wie die UWG behauptet, sondern das Minimum, das nötig ist."

(NGZ)