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Grevenbroich: Feinstaub verstärkt Allergien

Grevenbroich : Feinstaub verstärkt Allergien

Hasel und Erle lassen Allergiker in diesem Jahr früh leiden. Für Grevenbroicher ein zusätzliches Problem: die Feinstaubbelastung. Der Staub macht die Allergene aggressiver, warnen Experten.

Wer auf Haselnuss und Erle allergisch reagiert, der spürt die typischen Symptome bereits: brennende Augen, juckende Nase, explosionsartiges Niesen – die Heuschnupfen-Saison beginnt. Wer als Pollenallergiker in Grevenbroich lebt, leidet besonders. "Schadstoffe verändern die Pollen. Feinstaub macht sie deutlich aggressiver", sagt Elke Alsdorf, Fachberaterin beim Deutschen Allergie- und Asthmabund. In zahlreichen Studien sei dieser Zusammenhang nachgewiesen worden. Mit einigen einfachen Hinweisen können Baum- oder Gräserallergiker den Alltag besser verkraften.

Immer mehr Menschen reagieren allergisch auf Pollen, Gräser & Co – allein sechs Millionen können Bäume nicht vertragen. Außerdem schrumpft ihre Schonzeit, weiß Elke Alsdorf: "Durch den klimatischen Wandel verändern sich die Blühzeiten. Die Saison beginnt immer früher – und dauert auch länger." Allergiker, die auf mehrere Reizstoffe reagieren, leiden im Extremfall von Januar bis Dezember unter Beschwerden.

Was passiert bei einer Allergie? Das Immunsystem ist falsch programmiert. Es erkennt etwa Gräserpollen als Feind und wehrt sich: Wenn Pollen auf die Schleimhäute von Auge oder Nase treffen, bildet es Antikörper und schüttet die Botenstoffe wie Histamine aus.

Wie kann ich die Symptome lindern? Dr. Ute Hegemann-Gärtner, Ärztin für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde sowie Allergologin, rät: "Abends die Haare waschen und die Fenster schließen, stattdessen früh am Morgen lüften. Auch Medikamente sollten vor dem Einschlafen eingenommen werden. Auf körperliche Aktivitäten im Freien sollte verzichtet werden." Linderung der Symptome sei möglich durch homöopathische Präparate, Spülungen der Nase mit Salzlösung oder Medikamente wie Antihistamine oder Cortisonnasensprays.

Was kann ich gegen die Ursache tun? "Was hilft: Hyposensibilisierung", sagt Hegemann-Gärtner. Die subkutane Immuntherapie für Frühblüher müsse im Herbst begonnen werden, um im folgenden Frühjahr zu helfen. Alternativ sei die Therapie mit Tropfen unter der Zunge (sublingual) möglich, etwa bei Kindern oder Menschen, die keine Spritzen wollen. "Der Erfolg liegt zwischen 80 und 90 Prozent. Je früher begonnen wird, desto höher: Kinder werden fast zu hundert Prozent geheilt", so die HNO-Ärztin.

Warum muss ich etwas gegen Heuschnupfen tun? "Die Pollenallergie von heute ist das Asthma von morgen", warnt Elke Alsdorf. Jeder dritte Pollenallergiker würde an Asthma erkranken. Die Expertin verweist auf den "Etagenwechsel": Die Reizung der Schleimhäute verschiebt sich in Richtung Lunge. Ein Problem sei die Diagnose: Oft werde Asthma zu spät erkannt, wenn der Patient bereits unter Heuschnupfen leide.

(NGZ)