Grevenbroich: Viele Jugend- und Familienhilfen unter einem Dach in Kapellen

Grevenbroich: Viele Jugend- und Familienhilfen unter einem Dach in Kapellen

Eine Anlaufstelle für Familien und Jugendliche ist im Neubaugebiet entstanden. Gestern eröffnete der evangelische Verein für Jugend- und Familienhilfe an der Dinkelstraße ein Förderzentrum. Unter einem Dach sind knapp ein halbes Dutzend Angebote für Eltern und Kinder zu finden. Burghard Asche, Vorstandsreferent des Vereins, ist stolz auf das etwas mehr als zwei Millionen Euro teure Projekt, für das zwei Großsponsoren gewonnen wurden. "Wir haben bei den Baukosten eine Punktlandung hinbekommen", sagte Asche vor dem Mitarbeiterteam und den Gästen - darunter Vize-Landrat Ulrich Klose und Vize-Bürgermeister Edmund Feuster. Und er wies auf die "hervorragende Architektur" des von Schmale-Architekten geplanten Komplexes hin. "Wir haben mit einer Bleistiftskizze angefangen und eine ideale Bauform gefunden."

Das wird beim Rundgang deutlich: Balkon-Gänge laden ein, auf kurzem Weg Austausch und Kooperation zwischen den Einrichtungen zu suchen. Mit vier Angeboten ist, wie die Koordinatorinnen Beate Sander und Gabriele Katthagen berichten, die evangelische Jugend- und Familienhilfe im Zentrum vertreten. Von dort werden Familien mit Problemen ambulant betreut, Schwangere und Eltern mit den Frühen Hilfen unterstützt. Im Haus öffnet donnerstags von 9.30 bis 11.30 Uhr ein Eltern-Café. Zudem werden in einer Kinderfördergruppe maximal acht Jungen und Mädchen, etwa mit Problemen in der Schule oder auffälligem Verhalten, nachmittags in kleinem Kreis unterstützt. Eine Besonderheit: Im Haus wird nicht nur gearbeitet, sondern auch gewohnt: Die Familienhilfe hilft Mädchen, die nicht in ihren Familien leben können, selbständig zu werden. Ähnliches gilt für das Mutter-Kind-Haus "Lotta" des Vereins Integra. Bis zu sechs junge Mütter ab 16 Jahren lernen dort, mit ihren kleinen Kindern ein eigenständiges Leben zu führen. Dafür wurden neben Wohn-Appartements zwei Trainings-Appartements samt Küche und Wickeltisch eingerichtet.

Asche kündigte ein weiteres Projekt des evangelischen Vereins für Jugend- und Familienhilfe an: Zum 1. August werde dieser die Trägerschaft der Kita am Kerbelweg von der evangelischen Jugendhilfe Neuss-Süd übernehmen.

(NGZ)
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