Dormagen: Sport soll Schlüssel zur Jugendhilfe sein

Dormagen: Sport soll Schlüssel zur Jugendhilfe sein

SPD: Die Stadt soll über die örtlichen Vereine auch andere Angebote an Kinder und Jugendliche herantragen.

Beim TuS Germania Hackenbroich wird nicht nur Sport getrieben. Seit geraumer Zeit engagiert sich der Verein auch in der Integrationsarbeit, bietet zum Beispiel Sprachunterricht für junge Migranten an. Der TSV Bayer Dormagen fährt ebenfalls mehrgleisig: Einerseits kann man dort in diversen Abteilungen etwas für seine Fitness und Gesundheit tun, andererseits übernimmt der TSV soziale Verantwortung in einem gemeinsamen Projekt mit dem Dormagener Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes, bei dem es um die Ächtung von Mobbing im Sport geht. Die beiden Beispiele dienen der örtlichen SPD-Fraktion als Vorbilder für ihr inzwischen in einen Antrag gekleidetes Ziel: Sie will herausfinden, ob sich organisierter Sport und Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe nicht grundsätzlich trefflich verbinden lassen - zum Nutzen der jungen Menschen.

Ein erster Schritt dazu soll ein Kinder- und Jugendtag in Dormagen werden, schlagen die Sozialdemokraten vor. Denn dabei könnte sich herausstellen, ob Kooperationen zwischen Sport sowie Kinder- und Jugendhilfe sinnvoll sein können. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses sprachen sich jetzt bereits einstimmig dafür aus, einen solchen Tag wie von der Stadtverwaltung vorgeschlagen am 29. September dieses Jahres auf dem südlichen Teil der Kö in der Innenstadt auszurichten - im Zusammenhang mit dem Michaelismarkt. Der Sportausschuss soll in seiner Sitzung an diesem Donnerstag (17.30 Uhr, Ratssaal) über diese Idee befinden.

Neben Fußballtraining bietet der Verein zum Beispiel Sprachcamps für junge Migranten an. Foto: TuS Hackenbroich

"Der organisierte Sport wird kaum als Möglichkeit der sozialpädagogischen Intervention genutzt. Dabei geht es beim Sport um mehr als um gesundheitliche Aspekte oder die Steigerung motorischer und kognitiver Fähigkeiten", argumentiert SPD-Ratsmitglied Michael Dries. Sportvereine hätten Möglichkeiten, auf Kinder und Jugendliche hinsichtlich der Teilhabe, Demokratisierung und der politischen Bildung einzuwirken. Und: In den Sportvereinen werde die umfassendste Jugendarbeit in der Stadt betrieben. Dries: " Diese Kontakte sollten wir nutzen, um an Jugendliche heranzukommen."

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Norbert Führes (Grüne) schloss sich im Jugendhilfeausschuss an: "Wir begrüßen eine solche Verzahnung." Martina Busch-Engels (CDU) erinnerte daran, dass es in den 1990-er Jahren einen Jugendtag der Verbände gegeben habe, der später abgeschafft worden sei, weil es von Verbänden und Trägern nicht mehr zu leisten gewesen sei. Sie meinte aber auch: " Wir wollen es natürlich ausprobieren."

Robert Krumbein, der städtische Erste Beigeordnete, nannte den Vorstoß der Sozialdemokraten "eine spannende Idee. Wir würden das gerne ausprobieren". Die Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt, Julia Stöcker, solle jetzt ein erstes Konzept erarbeiten. Nach Krumbeins Vorstellung soll der Kinder- und Jugendtag nicht nur punktuell als "bunter Tag" veranstaltet werden, sondern es solle "ein gemeinsamer Weg entwickelt werden, um für Jugendliche bessere Angebote zu machen".

Und mit ein wenig Glück müsste die Stadt die Kosten für ein solches Projekt eventuell gar nicht alleine stemmen. "Vielleicht gibt es Fördergelder vom Land", spekulierte Krumbein. Das müsste noch geprüft werden. Nun haben erstmal die Mitglieder des Dormagener Sportausschusses das Wort.

(NGZ)