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Grevenbroich: Stadt kämpft gegen Leerstände

Grevenbroich : Stadt kämpft gegen Leerstände

Mehrere Ladenlokale in der City stehen leer. Laut Werberingchef Fred Schlangen wird es schwieriger, neue Betreiber zu finden. Die Stadt hat ein Geschäfts-Bestandskataster erstellt, um bei Anfragen sofort reagieren zu können.

Die Schaufenster der Schlecker-Filiale an der Kölner Straße sind mit grauem Papier verklebt — der Konzern ist insolvent, der Laden steht ebenso leer wie das Geschäft des Schuhhauses Albeck und der aus Altersgründen aufgegebenen Bäckerei Bodewig an der Breite Straße. Und im Obergeschoss des Montanushofs ist der "Dorfplatz" seit Jahren verwaist. Die Leerstände waren jetzt auch Thema bei der Jahreshauptversammlung des Werberings Grevenbroich, der zusammen mit der Wirtschaftsförderung der Stadt das Problem anpacken will.

Generell gilt: Der Einzelhandel ist hervorragend aufgestellt. Bei einer aktuellen Studie, die die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein in Auftrag gab, erzielte der Einzelhandel in Grevenbroich einen erneuten Spitzenwert. Die sogenannte Zentralitätskennziffer von 119 sagt aus, dass der Einzelhandelsumsatz deutlich größer ist als die Kaufkraft der Grevenbroicher — die Stadt lockt auch viele Kunden von außerhalb an. Grevenbroich liegt damit vor Neuss (114) und weit vor Dormagen.

Trotz aller berechtigten Zufriedenheit gilt, was die Leerstände angeht: Wehret den Anfängen. "Die Auswahl in den Geschäften ist so groß geworden, dass es nur wenige Möglichkeiten für weitere Ergänzungen gibt. Das erschwert die Neuvermietung", erklärt Werbering-Chef Fred Schlangen. "Zudem suchen Interessenten eine konkrete Ladengröße und einen speziellen Zuschnitt. Die frei werdenden Flächen sind meistens unter 100 Quadratmeter groß, das ist vielen Filialisten zu wenig." Somit werde es aufwendiger, Leerstände zu füllen.

Auch Ulrich Held von der Wirtschaftsförderung der Stadt bestätigt, dass die Neuvermietung schwieriger wird — "auch angesichts der Konkurrenz etwa im Neusser Rheinpark-Center oder in Mönchengladbach". Allerdings liege der Leerstand in der City "unter fünf Prozent". Dennoch reagiert die Wirtschaftsförderung. "Wir haben ein Geschäfts-Bestandskataster" für die City erstellt — mit über 100 Geschäften. Daraus ersehen wir sofort, wo welche Branche mit welcher Ladengröße vertreten ist und welches Angebot wir noch gebrauchen können", so Held. Kannibalisierungseffekte, das heißt zu viele Geschäfte mit gleichem Sortiment, sollen vermieden werden. "In der City fehlen beispielsweise ein Spielwarengeschäft und weitere Cafés", so Held. Bei einer Umfrage kürzlich hatten City-Besucher beim Kriterium "Verweilqualität" eine recht schlechte Note " 3 minus" gegeben.

Auch eine andere Lücke wollen Stadt und Werbering schließen: Ein größeres Geschäft mit Magnet-Funktion an der Breite Straße fehlt. "Das ist zwingend nötig, um auch diesen Teil der Innenstadt für die Zukunft abzusichern", sagt Schlangen. "Für ein größeres Geschäft müssten mehrere Ladenlokale zusammengelegt werden", erläutert Held. "Schön wäre dort ein Modegeschäft für junge Menschen, etwa ,Kult' oder ,New Yorker'."

(NGZ)