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Grevenbroich: GV-Kennzeichen ist vom Tisch

Grevenbroich : GV-Kennzeichen ist vom Tisch

Der Stadtrat will es, der Kreis lehnt es ab – und seit gestern steht fest: Das GV-Kennzeichen wird nicht eingeführt. Das machte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gegenüber der Bürgermeisterin und Fraktionsvertretern deutlich.

Der Stadtrat will es, der Kreis lehnt es ab — und seit gestern steht fest: Das GV-Kennzeichen wird nicht eingeführt. Das machte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gegenüber der Bürgermeisterin und Fraktionsvertretern deutlich.

Der Rat hat einstimmig entschieden: Er will das Kennzeichen des alten Landkreises Grevenbroich zurück. Denn es stiftet Identität mit der Stadt, meinen die Politiker. Sie haben den Landrat aufgefordert, der Rückkehr von "GV" zuzustimmen. Doch Hans-Jürgen Petrauschke hat die gleichen Argumente wie die Grevenbroicher Lokalpolitiker: "NE" stiftet Identität im gesamten Rhein-Kreis — und dabei soll es bleiben.

Das machte der Chef der Kreisverwaltung gestern Nachmittag in einem Gespräch mit Bürgermeisterin Ursula Kwasny und Vertretern der Fraktionen deutlich. "Ich habe Respekt vor den Beschlüssen des Rates — aber diese Entscheidung kann man nur so oder so treffen", meinte Petrauschke. Und er habe vor allem den Zusammenhalt der Kreisgemeinschaft im Blick.

Auch wenn dieser Standpunkt den Politikern nicht gefiel, letztlich akzeptierten sie ihn doch: "Ich sehe zwar keine Gefahr für den Kreis, doch der Landrat hat das letzte Wort", meinte SPD-Fraktionsvorsitzender Horst Gerbrand. Was er bedauerte: "Viele Grevenbroicher wollen das alte Kennzeichen, sie werden enttäuscht sein." Ähnlich sieht das Edgar Uebber: "Die Wünsche unserer Bürger können wir nun leider nicht erfüllen", meint der CDU-Fraktionsvize.

Eine Chance, das Thema doch noch zu einem guten Ende zu führen, sieht keiner der Beteiligten. "Die Hoheit liegt beim Kreis, da können wir nichts ändern", erklärte Bürgermeisterin Ursula Kwasny auf Anfrage. Dass die alten Kennzeichen das Zusammengehörigkeitsgefühl in einer Kommune stärken, davon war auch die Stadt Moers überzeugt. Der Unterschied zu Grevenbroich: Die Moerser dürfen künftig ihre WES-Schilder (Kreis Wesel) gegen die alte MO-Kombination austauschen.

"An ein solches Projekt muss man offensiv herangehen", meint Rathaussprecher Thomas Schröder. In der 100 000-Einwohner-Stadt sei das Projekt im Vorfeld von Verwaltung und Politik massiv beworben worden, Bürger hätten sich über Facebook an der Aktion beteiligt, und auch die stadteigene "Moers Marketing GmbH" sei eingeschaltet worden. "Mit Erfolg. Im Kreis haben wir für unser Projekt eine große Mehrheit erhalten", sagt Schröder. Sobald der Bundesrat in den nächsten Wochen über die Vergabe der Kennzeichen entschieden habe, sollen die Moerser, die es wollen, beim Straßenverkehrsamt ihr MO-Nummernschild beantragen können. "Und zwar zu ganz normalen Gebühren", so Schröder.

Auch in Grevenbroich hatten sich auf Facebook gut 700 Unterstützer für das GV-Schild stark gemacht. Vergeblich. Ob der Rat noch einmal auf seinem Standpunkt pochen wird, bezweifelt Horst Gerbrand: "Das wird wohl nichts mehr."

(NGZ/rl)