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Grevenbroich: Stadt: Park statt Fußballgolf

Grevenbroich : Stadt: Park statt Fußballgolf

Aus dem ehemaligen Wellenbad-Gelände in Neurath soll ein großer Park werden. Das plant Bürgermeisterin Ursula Kwasny. Sie hat die geplante Fußballgolf-Anlage zu den Akten gelegt. Im Dorf gibt es skeptische Stimmen.

Keine zehn Minuten Fußmarsch von ihrem Haus entfernt verwildert das Gelände des ehemaligen Wellenbades. Wenn es nach der Bürgermeisterin geht, soll dieser 6,8 Hektar große Schandfleck bald verschwinden. "Und zwar so schnell wie möglich", sagt Ursula Kwasny.

Foto: Reuter

Die Planer aus dem Rathaus haben sich bereits Gedanken über die Zukunft des Areals gemacht. Und die sieht so aus: "Eine große Parkanlage ist die beste Lösung", meint die Verwaltungschefin. Die Stadt hat bereits Kontakt zur Bezirksregierung aufgenommen und um Unterstützung für dieses Vorhaben gebeten.

"Das große Gelände bietet sich zur Naherholung an", überlegt Kwasny: "Dort sollten Sitzgelegenheiten aufgestellt werden, auch eine Spiellandschaft könnte entstehen." Ideen für das Gebiet erwartet die Bürgermeisterin vor allem von denen, die den Park nutzen sollen: "Wir wollen die Neurather in unsere Planungen einbeziehen, und natürlich die Vereine." Dass an der Glück-auf-Straße eine Fußballgolf-Anlage entstehen wird, schließt Ursula Kwasny mittlerweile aus: "Diese Pläne haben wir verworfen."

Im vergangenen Jahr hatte ein Neusser Unternehmer vorgeschlagen, das Areal für eine Nischensportart zu nutzen. Mit einer Fußballgolf-Anlage wollte er jährlich bis zu 30 000 Besucher anziehen. Die Ratspolitiker lehnten diese Idee ab, bis vor wenigen Wochen hielt alleine die Bürgermeisterin noch an diesem Projekt fest. "Das Thema ist für mich jetzt vom Tisch", so Kwasny. Warum, das sagt sie nicht.

Gerade eine Attraktion wie Fußballgolf würde aber gebraucht, um einen Park interessant für ein größeres Publikum zu machen, erklärt Dieter Volkwein, Vorsitzender des örtlichen Gartenbauvereins: "Sonst geht doch da kein Mensch hin." Überhaupt ist der hauptberufliche Gärtner skeptisch, ob ein Park für die Neurather die richtige Lösung sein wird: "Die Leute aus dem Dorf haben zum großen Teil riesige Gärten hinter ihren Häusern. Die brauchen so etwas eigentlich nicht." Belege dafür seien der Altenpark und der zur Anlage umgebaute alte Friedhof — beide würden kaum genutzt, meint Volkwein.

Auch Willi Wirtz, Präsident der Sebastianus-Bürgerschützen, geht davon aus, dass ein Park alleine kaum auf Interesse stoßen werde. "Da muss etwas hin, das die Leute anzieht", betont der Neurather. Sein Vorschlag: "Ein Pavillon mit Bänken und Tischen, an dem Getränke, kleine Speisen, Schokolade oder andere Süßigkeiten verkauft werden. Ein solches Angebot würde etwa Radwandergruppen aus der Umgebung anziehen." Dass die Stadt tatsächlich einen Park plant, bezweifelt Wirtz: "Das glaube ich erst, wenn es losgeht."

(NGZ/rl)