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Grevenbroich: Pendler verärgert über Bahn

Grevenbroich : Pendler verärgert über Bahn

Immer wieder Verspätungen, komplette Ausfälle oder drangvolle Enge in den Wagen: Viele Grevenbroicher, die morgens mit der RB 38 in Richtung Düsseldorf zur Arbeit fahren, sind unzufrieden. Eine Testfahrt am Morgen.

Montag Morgen am Bahnhof Grevenbroich: Kalt ist es auf dem Bahnsteig, windig und nass. Hochgeschlagene Mantelkragen, hochgezogene Schultern – viele der Pendler haben vor dem Winter Schutz im Bahnhofsgebäude gesucht. Planmäßige Abfahrt der Regionalbahn 38 nach Düsseldorf ist um 7.02 Uhr.

Gestern klappte es, fuhr die RB 38 nach Plan: "Eine Ausnahme", sagen Peter Ahrens (46) und Andrea Theißen (48). Sie pendeln Tag für Tag nach Düsseldorf zur Arbeit. Eine Einzelfahrt kostet 4,50 Euro. "Wir erwarten einfach, dass die Züge pünktlich fahren und wir uns nicht so quetschen müssen", sagt Ahrens. Immerhin gebe die Bahn das Abteil der ersten Klasse frei, wenn es so voll sei – "und wir dürfen zusammen rücken", sagt Andrea Theißen mit Humor. "Manchmal kann man sich schon ängstigen, wenn alle Leute an der gelben Kurzzug-Markierung am Gleis stehen und jeder drängelt, um noch einen Sitzplatz zu bekommen."

Ein Grund für die Enge: In den vergangenen Wochen fielen häufig Triebwagen wegen Schäden aus, wie DB-Sprecher Udo Kampschulte erklärt. Die Folge: Im Berufsverkehr hielten oft Züge mit nur einem statt zwei Wagen am Bahnsteig. Pendler beschweren sich über eine beklemmende Enge in den Zügen.

"In der überfüllten Bahn kollabiert."

Gebeutelt von den Unregelmäßigkeiten des Fahrplans fühlt sich auch Heinz Reipen. Der 47 Jahre alte Bankangestellte ist jeden Morgen auf die RB 38 angewiesen. "Es ist allerdings nicht nur die Verspätung, die an den Nerven zehrt. In der vergangenen Woche ist ein Mann kollabiert, weil es einfach zu eng ist." Eine Lösung sei es in seinen Augen, in Grevenbroich eine S-Bahn-Station einzurichten: "Bei der Menge an Menschen, die jeden Morgen nach Düsseldorf fahren, macht es Sinn – bei meinen Arbeitskollegen aus Dormagen funktioniert es wunderbar."

Durch "Fahrzeugprobleme" seien die Kapazitäten in den vergangenen Wochen schnell ausgereizt gewesen, so ein Sprecher der Deutschen Bahn gestern: "Deshalb ist es vorgekommen, dass die Züge zu kurz waren – aber wir arbeiten unter Hochdruck daran, die Probleme zu beseitigen." Zu Verzögerungen sei es nicht nur auf der Regionalbahn 38, sondern auch etwa auf den benachbarten Strecken gekommen. "Bei Winterwetter sind wir genau so betroffen wie andere Verkehrsteilnehmer. Aber wir arbeiten daran, dass die volle Kapazität genutzt werden kann – pünktlich", erklärt der Bahnsprecher.

Allerdings sei es nicht möglich, die Bahnen zu Stoßzeiten zu verlängern. "Etwa durch die Länge des Bahnsteigs ist die Größe des Zuges beschränkt. Das in Grevenbroich zu ändern, würde mehrere Millionen Euro kosten."

(NGZ)