U79 zu voll: Pendler beschweren sich über Straßenbahn-Linie

Zwischen Duisburg und Düsseldorf: Pendler beklagen sich über die zu volle U79

Seit Monaten ärgern sich Pendler über Zugausfälle und Verspätungen auf der Linie U79 zwischen Duisburg und Düsseldorf. Nun beschäftigt sich die Politik damit.

Der Nebel liegt noch zwischen den Häusern, doch an der Haltestelle Wittlaer der Stadtbahn-Linie drängen sich an diesem Morgen kurz nach sieben Uhr bereits zahlreiche Schüler zwischen wartenden Pendlern auf den Bahnsteig.

Umringt von Fahrgästen ist auch Heinrich Börger, der regelmäßig mit den überfüllten Bahnen und Verspätungen zu kämpfen hat. "Vom Gedränge in der Bahn mal abgesehen, verliert man hier einiges an Zeit", ärgert Börger sich. "Für die Messen fährt die Linie U78 mit drei Wagen, die fast leer sind, und hier fahren nur zwei", sagt der Pendler, der aus Wittlaer zur Heinrich-Heine-Allee muss.

Trotz Versprechen von der Rheinbahn zur Verbesserung klagen Pendler bereits seit Monaten über die Unzuverlässigkeit der Bahnen vom Düsseldorfer Norden in die Innenstadt.

Am Mittwoch wird die U79 nun im Ordnungs- und Verkehrsausschuss durch eine Anfrage der Grünen-Ratsfraktion Thema. Im Antrag verweist Fraktionssprecher Norbert Czerwinski auf die Defizite der Linie: "Zahlreiche Züge aus Duisburg kamen verspätet oder fielen wegen technischer Mängel aus. Die Kapazität der U79 lag unter den Anforderungen seitens der Fahrgäste." Deshalb wolle man erfahren, welche Maßnahmen bereits getroffen wurden und welche Verbesserungen für die Fahrgäste in Zukunft umgesetzt werden sollen.

"Wir haben auf der Linie bereits einige Maßnahmen umgesetzt", sagt dazu Rheinbahn-Sprecherin Heike Schuster. Ende vergangenen Jahres wurden am Reeser Platz und am Nordpark intelligente Ampelsteuerungen eingebaut, mit der Straßenbahnen die großen Kreuzungen schneller überqueren können. Dadurch habe sich laut Rheinbahn-Analysen auch die Pünktlichkeit verbessert. "Die U79 ist eine unserer pünktlichsten Linien, durch ihre Länge jedoch störanfälliger als kurze Strecken." Deshalb genieße die Linie eine höhere Priorität: "Bei Ausfällen von Fahrern oder Fahrzeugen bevorzugen wir die U79 gegenüber den kürzeren Linien", erklärt Schuster.

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"Da ist definitiv noch Luft nach oben", sagt Ute Multhaupt bezüglich der von der Rheinbahn versprochenen Verbesserungen. "Ich fahre aus beruflichen Gründen Bahn, die leider oft unpünktlich und überfüllt ist", erklärt Multhaupt, die von Duisburg-Kesselsberg bis zur Theodor-Heuss-Brücke fährt. Auch an diesem Morgen steigen an den folgenden Haltestellen in Kaiserswerth und Lohausen immer mehr Fahrgäste ein, so dass langsam auch Stehplätze knapp werden. Dagegen steigen nur vereinzelt Fahrgäste aus. Die meisten zieht es in die Innenstadt.

Verkehrsgesellschaften arbeiten zusammen

"Ich fahre morgens extra etwas früher, damit es nicht so voll ist, aber die Kinder müssen natürlich auch zur Schule", sagt Britta Schiffinger, die von Wittlaer in die Stadt muss und noch keine Verbesserung wahrgenommen hat. Für die Zukunft stellt die Rheinbahn deshalb weitere Maßnahmen in Aussicht. "Wir haben die Situation auf dem Schirm und sind für weitere Maßnahmen offen - auch zusammen mit dem Mitbetreiber, der Duisburger Verkehrsgesellschaft", sagt Schuster.

Erst an der Haltestelle Reeser Platz hat der Mangel an Plätzen in der Bahn an diesem Morgen mit dem Ausstieg der meisten Schüler ein Ende. Auf der elektronischen Fahranzeige kündigt sich bereits die nächste U79 an - mit fast zehn Minuten Verspätung, dafür aber wesentlich mehr freien Sitzplätzen.

(RP)