Neurath: In den Tomatengewächshäusern wird jetzt ein Film gedreht

Drehort in Grevenbroich : In den Tomatengewächshäusern wird jetzt ein Film gedreht

Studenten der Kunsthochschule Köln drehen in Neurath einen Dokumentations-Fiktionsfilm über das Tomatenglühen. Die Wahl-Grevenbroicherin Elisabeth von Bodnarovicz, zuletzt in „Freundinnen“ zu sehen, spielt eine Hauptrolle.

Die Tomatengewächshäuser in Neurath sind aktuell auch ein Drehort. Eine Woche hat ein Team aus Studenten der Kunsthochschule Köln das ungewöhnliche Set in den Gewächshäusern „mit Beschlag belegt“. Morgens um 6 Uhr fangen die Dreharbeiten an für den Film mit dem Titel „Die Nacht des bunten Himmels“. Und abends spät wird es dann auch tatsächlich „bunt“ , wenn die Kamerafrau Bela Usabaev für zwei Stunden auf das spektakuläre Tomatenglühen drauf halten kann.

Besonders ist der Drehort nicht nur wegen der roten Leuchten in den Gewächshäusern. Die Filmcrew muss auch, wie sonst an keinem anderen Set, weiße Ganzkörperschutzanzüge anziehen. Denn die Tomatenproduktion läuft unter strengen Hygienevorschriften. Regisseur Jonathan Omer Mizrahi aus Israel steht dem international bunt-gemischten, 18-köpfigen Produktionsteam voran. Der Film, der zu seinem Start voraussichtlich im November in Grevenbroich präsentiert werden soll, rankt seine Handlung rund um das als magisch und surreal empfundene Tomatenglühen, das nachts von Neurath aus weithin zu sehen ist.

Das legendäre Tomatenglühen, das von den Gewächshäusern aus, nicht nur auf der Neurather Höhe zu sehen ist, wird jetzt zum Thema für einen Dokumentations- und Fiktionsfilm, der aktuell in Neurath gedreht wird. Foto: Woitschuetzke,Andreas (woi)

Die Studenten haben sechs professionelle Schauspieler verpflichtet und als Gastdarstellerin Ana-Maria Cristurean, die in den Tomatengewächshäusern auch beschäftigt ist. Eine Hauptrolle, nämlich als Chefin des Tomatengewächshauses, hat die Wahl-Grevenbroicherin Elisabeth von Bodnarovicz-Conte erhalten. Die gebürtige Wienerin war zuletzt auch in einer Rolle in der kürzlich in Grevenbroich abgedrehten RTL-Soap „Freundinnen“ zu sehen. Sie spielte eine Schneiderin. Die Rolle der Chefin liegt der erfahrenen Frau und Darstellerin jetzt allerdings ganz besonders: „Ich muss gar nicht viel spielen, die Rolle ist mir auf den Leib geschrieben“, sagt von Bodnarovicz. Allerdings musste sie ihre Textpassagen aus dem in englischer Sprache geschrieben Drehbuch zuerst einmal übersetzen. Denn alle Regieanweisungen und auch die Umgangssprache am Set sind in Englisch: Anders ließe sich die internationale Truppe auch gar nicht sprachlich auf einen Nenner bringen.

Für von Bodnarovicz sind ihre insgesamt drei Drehtage, die sie vorwiegend in Neurath, aber auch in Frankfurt haben wird, nicht die erste Arbeit mit einer sehr jungen Filmcrew: „Ich habe schön öfter auch bei Studentenprojekten mitgewirkt. Die Arbeit mit jungen Leuten macht mir immer viel Freude“, sagt sie. Vor allem nach dem Ende der nicht besonders erfolgreichen Freundinnen-Soap, wie sie einräumt, sei das Engagement für den Film aus Neurath jetzt wie gerufen gekommen: „Außerdem stimmt die Gage“, freut sich die Profi-Schauspielerin, für die es beruflich im Moment „so richtig gut läuft“, wie sie erzählt.

„Sogar Harald Glööckler hat sich bei mir gemeldet“, verrät die Schauspielerin, die vor vielen Jahren nach Grevenbroich gezogen war, um als Chefmoderatorin einen lokalen Radiosender aufzubauen. Auch in Werbespots werde sie künftig häufiger zu sehen sein, denn sie habe ihre Künstleragentur gewechselt, berichtet sie und verrät: Als Erstes werde sie für eine Zahnpasta werben.

Ein strahlendes „Zahnpastalächeln“ gibt es natürlich auch in ihrer neuen Filmrolle, etwa in ihren Szenen mit dem Schauspieler Cino Djavid, der einen Ingenieur im Tomatengewächshaus darstellt. Denn er ist ihr neuer Techniker, der gemäß der Filmhandlung für eine effektive Tomatenproduktion sorgen soll. So realistisch diese Szenerie anmutet, so verwickelt und fantasievoll hat Regisseur und Drehbuchautor Jonathan Omer Mizrahi aber den Handlungsfaden für den 50-minütige Film „gesponnen“. Als Examensarbeit will der junge Israeli das filmische Werk mit der Mischung aus Dokumentation und Fiktion schließlich auch bei seinen Professoren in Köln abgeben.

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