1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Konzept gegen kaputte Straßen

Grevenbroich : Konzept gegen kaputte Straßen

Schlaglöcher, Spurrillen, Risse im Asphalt: auf vielen Straßen besteht Handlungsbedarf. Die Stadt hat ein Ingenieurbüro beauftragt, ein Konzept zu erstellen. Das Straßenerhaltungsmanagement soll langfristig Geld sparen.

Die Zahlen werden Klarheit bringen: Derzeit erstellt das Ingenieurbüro "Bockermann Fritze Ingenieur-Consult" im Auftrag der Stadt ein Konzept zum Straßenerhaltungsmanagement. Spätestens im Herbst soll vorliegen, welche Maßnahmen umgesetzt werden sollten — und was diese kosten. Klar ist: Der Stadt steht ein weiter Weg bevor. Denn dass auf Grevenbroichs Straßen Handlungsbedarf besteht, ist offensichtlich: Schlaglöcher, veraltete Fahrbahndecken, Risse im Asphalt. Doch es steht auch Vermittlungsarbeit an. Bernd Mende, Prokurist von "Bockermann Fritze", erklärt: "Es werden Maßnahmen notwendig sein, die der Bürger auf den ersten Blick vielleicht nicht versteht."

Um die Maßnahmen umzusetzen, müssen die Bürger jedoch mitgenommen werden. Auf Politik und Verwaltung wartet daher jede Menge Erklärungsarbeit. Beim Straßenerhaltungsmanagement geht es vor allem um die Langfristigkeit von Maßnahmen, und darum die wegen der klammen Stadtkasse ohnehin alles andere als üppig vorhandenen Mittel optimal einzusetzen. Daher sind auch vorbeugende Maßnahmen zur baulichen Erhaltung notwendig. Es ist ein bisschen wie beim Zahnarzt: "Wer frühzeitig kleine Schäden beseitigt und vorbeugt, spart auf Sicht Zeit und Kosten", sagt Mende.

Für die Straßen im Stadtgebiet wird daher ein genaues Maßnahmenpaket geschnürt. Möglich sei, dass Arbeiten an einer Straße stattfinden, die auf den ersten Blick noch gar nicht danach aussieht, als müssten die Bauarbeiter anrücken. Doch die rechtzeitige Ausbesserung leichter Schäden kann vorbeugend wirken — und langfristig Geld sparen.

Das Straßenerhaltungsmanagement ist auch ein Bestreben, pfleglich mit dem städtischen Kapital umzugehen. Die Straßen machen 44 Prozent des städtischen Vermögens aus. Die Abschreibungen betragen jährlich rund 6,4 Millionen — ein Wertverlust, der minimiert werden soll. Das Budget zur Straßenunterhaltung wird daher in Zukunft vermutlich gesplittet: in augenscheinlich noch gute Straßen, die dennoch Arbeiten bedürfen, sowie in schlechte Straßen, die grundlegend saniert werden müssen. Statt reiner Flickschusterei soll der Blick auf Nachhaltigkeit gelenkt werden. Bislang hatte die Verwaltung eine Prioritätenliste für die Erneuerung aufgestellt und Straßen in Schadensklassen aufgeteilt. Nun kommen weitere Faktoren hinzu.

Bourzo Dehkordi vom städtischen Planungsamt betont jedoch, dass die Verkehrssicherungspflicht auch in Zukunft höchste Priorität hat. "Da, wo Gefahr im Verzug ist, wird natürlich auch weiterhin sofort gehandelt", sagt er.

(NGZ)