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Grevenbroich: Kosten für Putzmittel: Stadt widerlegt Gutachterzahlen

Grevenbroich : Kosten für Putzmittel: Stadt widerlegt Gutachterzahlen

Bei der Reinigung ihrer Gebäude kann die Stadt etwa 900.000 Euro sparen. Das hatten die Wirtschaftsprüfer von Rödl & Partner in ihrem Gutachten prognostiziert. Die Stadt hat diesen Vorschlag überprüft – mit dem Ergebnis: "Dieser Effekt kann nicht erzielt werden", bedauerte Bürgermeisterin Ursula Kwasny jetzt vor den Mitgliedern des Hauptausschusses.

Bei der Reinigung ihrer Gebäude kann die Stadt etwa 900.000 Euro sparen. Das hatten die Wirtschaftsprüfer von Rödl & Partner in ihrem Gutachten prognostiziert. Die Stadt hat diesen Vorschlag überprüft — mit dem Ergebnis: "Dieser Effekt kann nicht erzielt werden", bedauerte Bürgermeisterin Ursula Kwasny jetzt vor den Mitgliedern des Hauptausschusses.

Laut Gutachten verbraucht die Stadt auf einer Fläche von gut 90.000 Quadratmetern etwa zwei Drittel mehr an Reinigungsmitteln als andere Kommunen. Diese Zahl alarmierte die FDP, sie forderte die Verwaltung auf, den Spar-Vorschlag der Prüfer umzusetzen.

Geht nicht, heißt es jetzt aus dem Rathaus. Denn nach einem internen Check wurden im vergangenen Jahr exakt 85.086,71 Euro für Reinigungsmittel, Waschpulver und Staubsaugerbeutel ausgegeben. Das Fazit von Verwaltungschefin Kwasny: "Wir haben versucht, auf die im Gutachten erwähnten 900.000 Euro eine Antwort zu finden. Doch dieses Einsparpotenzial kann nicht erreicht werden."

Die Bürgermeisterin wies vor dem Hauptausschuss darauf hin, dass die Stadt seit 2008 ihren Verbrauch an Putzmaterial dokumentiere, kontrolliere und vor den jährlichen Bestellungen genau ermittele. Das habe in den vergangenen Jahren sogar zu Einsparungen geführt, stellte Kwasny fest.

FDP-Fraktionschef Manfred Hermanns gab sich mit dieser Antwort zufrieden. Was ihn im Zusammenhang mit der städtischen Reinigung jedoch wunderte: "Dass Büros drei Mal wöchentlich geputzt werden, ist nicht nachzuvollziehen", kritisierte er und meinte: "In Räumen wie die der Bürgermeisterin und der Dezernenten herrscht kein Publikumsverkehr; da sollte doch eine Reinigung pro Woche reichen."

In etwa die gleiche Kerbe schlug Martina Flick: Die UWG-Fraktionschefin glaubt nicht daran, dass die Turnhallen — wie von der Stadt beschrieben — jeden Tag gereinigt werden: "Dieser Intervall wird doch sehr von Schülern und Eltern angezweifelt", meinte sie.

Auf diese Diskussion wollte sich die Bürgermeisterin im Hauptausschuss nicht einlassen: "Wenn Sie meinen, dass weniger oder mehr geputzt werden soll, dann fordern Sie das in einem Antrag", meinte Kwasny. Schützenhilfe bekam sie von ihrem "Vize" Edmund Feuster (SPD), der ein Ende der Aussprache forderte: "Wenn die FDP der Meinung ist, dass die Bürgermeisterin selbst im Büro den Wischmopp schwingen soll, dann soll sie das auch noch beantragen."

(NGZ)