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Grevenbroich: Kein Bedarf für neue Wache?

Grevenbroich : Kein Bedarf für neue Wache?

Muss die Stadt kräftig in die Sanierung oder den Neubau der Feuerwache investieren? Zu dieser Frage meldet sich jetzt CDU-Ratsherr Roland Homer zu Wort. Nach seiner Meinung ist der Millionenaufwand nicht notwendig.

Die Feuerwache an der Lilienthalstraße hat angeblich erhebliche Mängel — eine grundlegende Sanierung würde bis zu neun, ein Neubau mehr als zwölf Millionen Euro kosten. Mit diesen Zahlen wurden die Politiker im Dezember von der Feuerwehr konfrontiert. Seitdem zerbrechen sie sich die Köpfe darüber, wie die finanziell angeschlagene Stadt ein solches Millionen-Projekt überhaupt stemmen soll.

Muss sie gar nicht, meint jetzt Roland Homer. Der in der CDU für den Arbeitskreis "Finanzen" zuständige Ratsherr will seiner Fraktion empfehlen, die Diskussion über einen Neubau erst gar nicht zu führen. "Selbst eine Erweiterung in der angedachten Größenordnung ist nicht notwendig. Wohl aber eine bedarfsgerechte Sanierung", meint er. Und die wäre weitaus preiswerter. Seine Erkenntnisse zieht Homer — er ist seit 20 Jahren ausgebildete Fachkraft für Arbeitssicherheit — unter anderem aus einem Bericht der Unfallkasse NRW.

Die hatte schon im Januar 2010 die Feuerwehrstandorte im Stadtgebiet untersucht und sicherheitsrelevante Mängel festgestellt. "Da uns deren Art und Umfang nicht bekannt waren, habe ich die Unfallkassen-Protokolle im Januar im Rathaus angefordert", schildert der CDU-Mann.

Erst im Juni — also nach gut einem halben Jahr — habe er die Möglichkeit erhalten, den Bericht im Büro der für den Feuerschutz zuständigen Dezernentin Barbara Kamp einzusehen. Die Zusendung von Kopien des Berichts an die Fraktionen seien zuvor verwehrt worden — wegen "schutzwürdiger Informationen", die der Bericht angeblich beinhalte.

"In dem Papier werden ganz klar Mängel aufgelistet — etwa fehlende Absauganlagen, nicht schließende Türen oder Bodenunebenheiten in der Fahrzeughalle", berichtet Roland Homer. Diese und viele andere Unzulänglichkeiten müssten selbstverständlich abgestellt werden, auch um die Sicherheit der Feuerwehrleute zu gewährleisten, meint er. Doch: "Nirgendwo habe ich einen Hinweis darauf gefunden, der eine gewünschte Erweiterung um bis zu 138 Prozent gerechtfertigt", meint Homer.

Auch aus einer von der Stadt in Verbindung mit dem 2009 verabschiedeten Brandschutzbedarfsplan erstellten Gefährdungs-Beurteilung habe er "keine Begründung für einen solchen Mehrbedarf" herauslesen können. Dass eine Sanierung in Teilen der Hauptwache erforderlich und sinnvoll erscheint, will Homer allerdings nicht in Abrede stellen.

In der CDU-Fraktion hat er bereits seine Erkenntnisse vorgetragen. Eine Entscheidung sei intern noch nicht gefallen; die Union befinde sich in der Meinungsbildung. Feuerschutz-Dezernentin Barbara Kamp war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auch im Rathaus ist Ferienzeit.

(NGZ)