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Grevenbroich: "Evita Beach" geht baden

Grevenbroich : "Evita Beach" geht baden

Das Grevenbroicher Strandleben kommt möglicherweise früher zum Erliegen als geplant. Bei anhaltend schlechtem Wetter überlegt Norbert Lupp, seinen "Evita Beach" zu schließen. Die Liegestühle sind schon seit Wochen verwaist.

Im Frühling war der Mann noch voller Zuversicht: Als die Temperaturen nach oben kletterten, ganz Deutschland über die Hitze stöhnte und die Bauern ihre staubtrockenen Äcker beklagten, schleppte Norbert Lupp seine Sonnenschirme und Liegestühle auf das 2500 Quadratmeter große Gelände hinter der Spielspinne. Der Stadtstrand "Evita Beach" wurde geöffnet – acht Tage früher als geplant. Heute sagt der Unternehmer: "Ich hätte besser schon Anfang Juli dicht machen sollen. Dann hätte ich etwas Geld verdient."

Denn dem heißen Frühling folgte der kühle Sommer. Und der verhagelte dem Schausteller mächtig die Umsätze. "Seit sechs, sieben Wochen kommt kaum jemand mehr zum Strand. Ist doch klar: Wer will sich schon im Regen unter den Sonnenschirm setzen?", meint Lupp. Nur einige Unentwegte würden noch den Weg zur Erft finden: "Zwei, drei Leute – meistens Jugendliche – kommen mal abends vorbei. Aber dafür kann ich das große Gelände nicht ständig geöffnet halten", erzählt er. Jetzt überlegt der Pächter, seinen "Evita Beach" früher zu schließen. "Ich warte jetzt noch eine, vielleicht zwei Wochen ab. Wenn das Wetter so bleibt, wird der Strand spätestens Mitte August dicht gemacht", betont Lupp.

Seit drei Jahren betreibt der Hemmerdener schon den Strand – und aus Erfahrung weiß er: "Wenn die Sonne scheint und es abends noch warm ist, dann ist die Hütte hier brechend voll." Bis zu 500 Besuchern würden sich dann einfinden, um kühle Cocktails zu schlürfen oder entspannte Musik zu hören. "Der ,Beach' ist beliebt und eine tolle Abwechslung im Sommer – vorausgesetzt, das Wetter stimmt", erzählt Lupp.

Er will auf jeden Fall an diesem Angebot festhalten – selbst wenn unterm Strich für ihn nichts dabei herumkommt. "Zum Glück lebe ich nicht vom Strand, ich mache meinen Umsatz auf den Kirmesplätzen", berichtet der Schausteller, der unter anderem mit seinen Imbisswagen unterwegs ist. "Für mich ist der Strand seit drei jahren ein Hobby", meint er lächelnd. Für Lupp steht fest: "Im nächsten Jahr wird der ,Beach' wieder öffnen. Und vielleicht wird's dann ja besser."

Robert Jordan, der im Rathaus für das Stadtmarketing verantwortlich ist, freut das: "Nach wie vor halte ich den Stadtstrand für eine tolle Einrichtung – zumal es das einzige Angebot dieser Art im gesamten Rhein-Kreis Neuss ist." Er bedauere es zwar, wenn der "Beach" früher dicht mache: "Aber aus unternehmerischer Sicht kann ich das sehr gut nachvollziehen."

(NGZ)