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Grevenbroich: Jugendtreff für die ganze Stadt

Grevenbroich : Jugendtreff für die ganze Stadt

Südstadt Die aktuellen Zahlen sprechen für sich: Durchschnittlich 124 Kinder und Jugendliche besuchen täglich den Jugendtreff St. Josef in der Südstadt.

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Südstadt Die aktuellen Zahlen sprechen für sich: Durchschnittlich 124 Kinder und Jugendliche besuchen täglich den Jugendtreff St. Josef in der Südstadt.

Über einen Zeitraum von fünf Wochen zückten GOT-Leiter Gottfried Brandt und seine Mitarbeiter Papier und Stift. Unabhängig vom Angebot zählten sie insgesamt 3479 Kinder, Teenies, Jugendliche und junge Erwachsene in den Räumen des Offenen Treffs.

"Das ist eine Bestätigung für unsere Einrichtung. Dass es noch so viele Besucher sind, zeigt, wie wichtig dieser Standort für die Offene Jugendarbeit im Stadtgebiet ist", sagt Gottfried Brandt. Die letzte Besucherzählung liegt bereits drei Jahre zurück. Auch damals wurden 3370 Kinder und Jugendliche registriert.

"Der Aufwand ist immens hoch, dennoch hat es sich gelohnt, da wir nun detaillierte Aussagen machen können", so Brandt. Alle Besucher wurden nämlich - zusätzlich zu ihrem Alter und Geschlecht - auch nach ihrem Pass (67 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind Deutsche und 33 Prozent Ausländer) und ihrem Wohnort befragt.

"Hier zeigt sich deutlich, dass 44 Prozent der Besucher aus anderen Stadtteilen in die GOT kommen", erklärt der Jugendtreff-Leiter.

Am stärksten vertreten sind Orken, Elsen, Noithausen, Elfgen und der Stadtmitte (15 Prozent). "Aber auch Teilnehmer aus Neuenhausen, Frimmersdorf, Neurath und Wevelinghoven sind mit zehn Prozent dabei. Sie kommen vor allem zu Sonderveranstaltungen wie Konzerten", berichtet Brandt. "Die Zahlen belegen es, die Offene Tür ist über die Grenzen der Südstadt bekannt."

Ein Grund für den Jugendtreff-Leiter und seine Mannschaft, das Angebot auch künftig aufrecht zu erhalten. Seit geraumer Zeit muss die GOT mit weniger Fördergeldern auskommen. Nachdem das Land NRW den Rotstift angesetzt hatte, zog nun auch die Stadt - zum bereits zweiten Mal - nach.

Sie kürzte die Zuschüsse in 2006 und 2007 um jeweils vier Prozent. "Hätten wir so viel Geld, wie Besucher, dann könnten wir es mit vollen Händen ausgeben", sagt Gottfried Brandt und lacht. Der Jugendtreff-Leiter kennt die Probleme der Einrichtung· "Personal, Strom, Wasser, Heizung und Reinigung, das sind die Grundvoraussetzungen, um das große Haus am Laufen zu halten. Dorthin fließt das meiste Geld. Danach haben wir noch keinen Euro in pädagogisches Fachmaterial investiert."

In Wehklagen möchte Gottfried Brandt dennoch nicht verfallen: "Es wird zwar immer schwieriger, Spenden zu bekommen, da Eltern oder Firmen sich nur für eine bestimmte Aktion einsetzen. Aber die Zahlen sprechen für uns. Neben der Quantität stimmt auch die Qualität der Angebotsstruktur, sonst würden die Kids nicht kommen."

In den nächsten Monaten müssen sich die Besucher der GOT allerdings auf ein neues Gesicht im Betreuerteam einstellen. Nach knapp sechs Jahren verlässt die pädagogische Leiterin des Jugendtreffs, Ursula Strauß-Deschner, auf eigenen Wunsch die Einrichtung.

"Wir hoffen, dass ab Herbst die Stelle wieder neu besetzt wird, denn im Zuschussvertrag mit der Stadt sind drei Fachkräfte festgelegt - und die brauchen wir auch", sagt Brandt mit Blick auf die Finanzlage.

Zustimmung gibt es bereits vom Träger der GOT, der Kirchengemeinde St. Josef. "Das steht außer Frage, der Posten wird besetzt. Vielleicht haben wir aber die Chance, die Kosten ein wenig einzuschränken", so Josef Theisen vom Kirchenvorstand.

(NGZ)