Viersen: Kinder malen für eine buntere Südstadt

Viersen: Kinder malen für eine buntere Südstadt

Bei der Straßenkreide-Aktion vom Südstadtbüro können sich Kinder und Jugendliche gestern und heute auf der Großen Bruchstraßekreativ ausleben. Einige malen für die Idee eines Jugendtreffs

Autos, Häuser und Regenbögen sind auf der Großen Bruchstraße zu sehen - erst einmal nichts Ungewöhnliches. Wer den Gehweg aber weiter entlang schlendert, stößt auf einen Elefanten, ein Krokodil, eine Giraffe und sogar ein Einhorn. Sie gehören zu den Motiven, die Kinder und Jugendlichen gestern und heute, 29. und 30. Mai, bei der Straßenkreide-Aktion in der Südstadt auf die Gehwege malen.

Für zwei Tage hat das Südstadtbüro unter dem Motto "Die Südstadt bekennt Farbe - Ein Zeichen für Kreativität und Vielfalt im Quartier" Viersener Einrichtungen sowie alle Kinder und Jugendlichen, die in der Südstadt wohnen, dazu eingeladen, die Gehwege auf der Großen Bruchstraße bunt mit Kreide zu bemalen. "Wegen der Streitigkeiten, ob ein Teil der Großen Bruchstraße zur Einbahnstraße wird, hatte ich die Idee, dass man an dieser Straße etwas machen kann", berichtet Stephanie Schoenen, Quartiersmanagerin der Viersener Südstadt. Eine Straßenkreide-Aktion biete sich an, weil der organisatorische Aufwand und die Kosten dafür relativ gering seien. Die Gruppen durften dabei frei malen oder an einem gemeinsam geplanten Motiv arbeiten.

Am Dienstag Morgen waren bereits viele Kinder aus den Kitas St. Josef und Arche Noah da, berichtet Schoenen. Auch zehn Jugendliche aus dem Hubert-Vootz-Haus machen bei der Aktion mit. Einige von ihnen waren schon gestern Nachmittag, andere sind noch heute vor Ort. "Morgen kommen noch rund 20 Mädels aus einem Kunstkursus", erzählt sie.

Sie vermutet, dass sich 80 bis 100 Kinder und Jugendliche beteiligen. Darunter aber auch einige, die beim vorbeigehen an der Straße auf die Aktion aufmerksam werden und sich spontan dazu entschließen, auch ein Motiv auf den Gehweg zu bringen.

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"Heute Morgen haben sich einige der Kindergartenkinder auf den Boden gelegt und ihre Umrisse gezeichnet", berichtet Schoenen. Beim Ausmalen konnten sie dann ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Die Kinder der Kita Arche Noah zeichneten passend zum Namen ihrer Einrichtung die Arche. "Der Kunstkursus, der morgen kommt, möchte fliegende Teppiche zeichnen", erzählt die Quartiersmanagerin.

"Das Ziel ist, den ganzen Gehweg vollzukriegen", sagt der 19-jährige Jasper Fischer, der auch beim Südstadtbüro tätig ist. Währenddessen malt er einen gelben Pac-Man. "Vielen Mädchen und Jungen ging es einfach darum, dass es bunt wird - und das ist ja auch der Sinn der Aktion", sagt Schoenen.

Doch andere, wie die Jugendlichen vom Hubert-Vootz-Haus, hatten sich vorher ein genaues Konzept für ihr Motiv überlegt. In großen Buchstaben schreiben sie das Wort "Freiraum" auf den Gehweg und malen es bunt gemustert aus. "Unsere Idee ist ein Jugendcafé, das wir Freiraum nennen", erzählt der Konstantin Kugler (17), der zurzeit ein Praktikum beim Hubert-Vootz-Haus macht. Er erklärt, wie sie zu diesem Namen gekommen sind: "Wir suchen freien Raum, der uns Freiraum bietet." Hintergrund sei der Immobilienleerstand in der Südstadt, sagt Konstantin. Es gebe nur wenige Freizeitangebote für Jugendliche, weshalb das Ziel sei, einen Ort für Jugendliche zu schaffen, wo etwa Veranstaltungen und Workshops stattfinden können. "Von Jugendlichen für Jugendliche ist unser Motto", berichtet der 17-Jährige. Noch sind sie nicht fertig: ihr Motiv mus noch weiter ausgemalt werden.

(RP)
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