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Jugendliche machen Verbesserungsvorschläge für Vorst

Diskussion im Jugend- und Sozialauschuss : Jugendliche bringen frische Ideen ein

Die Multifunktionsfläche vor dem Jugendtreff an der Gerkeswiese in Vorst soll neu gestaltet werden. Mit einem kurzen Film machten die Besucher der Einrichtung den Politikern deutlich, weshalb das nötig ist.

Ein Fußball, der im dichten Bodenbewuchs verschwindet. Eine Anwohnerin, die sich über das laute Geräusch ärgert, das der Basketball beim Aufspringen macht. Jugendliche, die in einem unattraktiven Blechverschlag auf Fahrradständern hocken, weil sie keinen anderen überdachten Sitzplatz haben. Scherben auf dem Boden des Betonfußballfeldes, die ein Verletzungsrisiko bergen. Eindrucksvoll haben die jungen Besucher des Jugendtreffs „Das Wohnzimmer“ in Vorst in einem Film dargestellt, welche Probleme die Multifunktionsfläche vor der städtischen Einrichtung mit sich bringt.

Die Politiker des Ausschusses für Jugend und Soziales sind beeindruckt von der Präsentation und – was noch viel wichtiger ist – sofort davon überzeugt, dass sich etwas ändern muss. Vor und nach der Sitzung können sie sich selber ein Bild von der Aufenthaltsfläche vor dem Haus machen, denn der Ausschuss tagt ausnahmsweise im Jugendtreff. „Als ich hier eben lang kam, dachte ich: ‚Was für ein Schandfleck‘“, sagt Silke Depta von der SPD-Fraktion über die Multifunktionsfläche mit den zwei kleinen Fußballtoren aus Metall und dem Basketballkorb auf dunkelgrauem Betonboden.

Auch Birgit Koenen (FDP) sagt: „Der Handlungsbedarf ist da.“ Vielleicht könne die Stadt Firmen ansprechen, um Sponsoren zu finden. „Auch wir unterstützen die Ideen für die Neugestaltung und regen an, WLAN im Haus einzurichten“, sagt Michael Landskron von der CDU-Fraktion, was Begeisterung bei den anwesenden Jugendlichen auslöst. Annika Weyers, seit einem Jahr die neue Leiterin der städtischen Einrichtung, sagt, die Idee sei gut, tauche aber bei den Verbesserungsvorschlägen nicht auf, weil „wir noch bei den gröberen Sachen sind“.

Diese „gröberen Sachen“ hatte die 17-jährige Pia Dreyers zuvor aufgelistet: „Wir wünschen uns eine Beleuchtung, damit wir die Multifunktionsfläche auch im Winter, wenn es früh dunkel ist, nutzen können“, ist ein Punkt, den die Jugendliche nennt. Eine Flutlichtanlage solle es nicht sein, das störe die Anwohner. Ein Lichtsensor hingegen sei gut, um Strom zu sparen. Basketball- und Fußballfeld bräuchten einen hohen Zaun und einen weichen, federnden Bodenbelag. „Das wäre lärmdämmend und würde verhindern, dass Flaschen zersplittern“, argumentiert die Jugendliche.

Auch einen Tisch mit Bänken, am besten überdacht, wünschen sich die Jugendtreffgäste im Außenbereich an der Gerkeswiese. Skaterrampe, Hockeytore und eine Tischtennisplatte aus Stein sind weitere Ideen aus der Jugendgruppe, die sich mit der Gestaltung der Anlage beschäftigt hat. Um Ärger mit den Anwohnern zu vermeiden, schlagen die Jugendlichen eine Schallschutzmauer und hohe Hecken als Lärmschutz vor. „Die Schallschutzmauer konnte in einem Graffiti-Kontest besprüht und gestaltet werden“, schreiben die jungen Leute in ihrer Ideenliste.

Lars Schaath, neuer Leiter des Fachbereichs Erziehung und Bildung, freut sich über die „Jugendarbeit im besten Sinne“, wie der Verwaltungsmann sagt. „Wo sich so viele junge Menschen beteiligen, können wir zusammen bestimmt etwas Gutes auf die Beine stellen“, versichert Schaath. Auch Annika Weyers ist es wichtig, dass die Jugendlichen einbezogen werden. „Das Gelände ist frei zugänglich, aber wenn die Jugendlichen den Ort mit gestalten, sind sie auch bereit, ihn zu schützen“, sagt die Jugendtreffleiterin mit Blick auf den Vandalismus, unter dem das Außengelände leidet. Der Ausschuss beschließt einstimmig, dass die Verwaltung schnellstmöglich prüfen möge, welche Ideen sich wie umsetzen lassen. In der nächsten Sitzung am 20. September soll das Konzept dann vorgestellt werden.