Grevenbroich: Bürger ärgert neue Rattenplage

Grevenbroich: Bürger ärgert neue Rattenplage

Nachdem sich Anwohner über eine regelrechte "Rattenwanderung" zwischen ehemaligem Quäkergelände und Elsbach beschwert haben, geht die Stadt dort gegen Ratten vor. Ein Problem ist auch der Müll im Stadtgebiet.

Diese Frage war für Dr. Morteza Fazelian keine Ausnahme. "Erst vor kurzem wollte ein Passant von mir wissen, ob ich ihm Rattengift geben könne", sagt der Mediziner. "Ich habe ihm klar gemacht, dass wir hier nicht einfach Rattengift auslegen können und er sich an die Stadt wenden soll. Ein Einzelfall war das nicht." Mit "Hier" meint Fazelian die Gegend zwischen dem ehemaligen Quäkergelände, dem benachbarten unbebauten Grundstück an der Rheydter Straße/Ecke Merkatorstraße und dem Elsbach, der dort in Richtung Am Hammerwerk verläuft. "Da gibt es eine regelrechte Rattenwanderung", sagt der Besitzer des Alten Stellwerks.

Stadtsprecherin Ines Hammelstein bestätigt, dass das Problem im Rathaus bekannt ist. "Wir haben einen Fachbetrieb mit der Rattenbekämpfung beauftragt", sagt sie. Köderboxen mit Rattengift seien im Uferbereich des Elsbachs ausgelegt worden. "Sie wurden so angebracht, dass sie weder für Wild- oder Haustiere noch für zum Beispiel spielende Kinder zugänglich sind", betont Hammelstein. Allerdings werde es etwas Zeit benötigen, bis das Rattenproblem beseitigt sei. "Das geht nicht von heute auf morgen", stellt sie klar.

Neben dem Auslegen von Rattenködern hat die Stadt weitere Maßnahmen ergriffen. "Die Ufer-Böschungen des Elsbachs wurden zum Beispiel zurückgeschnitten. Zudem sind weitere Maßnahmen in der Grünpflege geplant", erklärt Hammelstein.

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Fazelian hofft, dass die Maßnahmen schnell anschlagen. Er betont, dass sich die Rattenplage in den vergangenen Wochen deutlich verschlimmert habe und spricht von unzumutbaren Zuständen. Das Problem bestehe allerdings schon länger. Bereits vor einem Jahr hatten sich Bürger über Ratten zwischen dem ehemaligen Quäkergelände, dem benachbarten unbebauten Grundstück an der Rheydter Straße/Ecke Merkatorstraße und dem Elsbach beklagt. Als Grund nannten sie auch den Müll, den viele Mitbürger achtlos entsorgen. Für Ratten, die ihre Scheu vor dem Menschen verloren haben, sind solch vermüllte Flächen wie ein Open-Air-Restaurant: Es gibt Nahrung satt. Für die Tiere sind das paradiesische Zustände.

Da sich die Ratten rasch vermehren, steigt die Population stetig. Nach zwei bis drei Monaten sind die Tiere geschlechtsreif. Ihre Würfe umfassen meist um die acht Junge. Die am häufigsten in der Stadt vorkommende Ratte, die Wanderrate, wirft etwa dreimal pro Jahr. Für den Menschen können die Tiere zum Gesundheitsrisiko werden.

Dr. Michael Dörr, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, weist darauf hin, dass Ratten verschiedene Infektionen und Krankheiten auf den Menschen übertragen können. "Dazu zählen Salmonellen, das Hantavirus und Bakterien. Außerdem haben Ratten oft Parasiten", erklärt Dörr.

(NGZ/ac/top)
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