Goch/Kevelaer/Weeze: Tiere haben Spaß im Hochwasser

Goch/Kevelaer/Weeze: Tiere haben Spaß im Hochwasser

Während die Lage am Rhein am Wochenende in manchen Abschnitten bedenklich wurde, war die Situation an der Niers eher entspannt. Am Wochenende konnten Tierpark-Besucher erleben, wie die Tiere mit den kleinen Seen umgehen.

In der Vergangenheit gab es immer mal wieder aufgeregte Anrufe bei der nachbargemeinde in Weeze, wenn die Niers über die Ufer getreten ist. Die Hirsche und Rehe im Tierpark standen dann nämlich teilweise im Wasser. Mancher glaubte, die Tiere seien in Gefahr. Doch die Vierbeiner haben genug trockene Flächen auf ihrem Gelände und gehen öfter freiwillig ins Wasser, offenbar haben sie daran Gefallen gefunden. Wer am Wochenende die Anlage besuchte, konnte gut beobachten, wie viel Spaß manches Tier offenbar mit dem Wasser hatte, wenn es mit Schwung über die überfluteten Flächen flitzte.

Folglich war die Hochwasser-Situation nicht nur in Goch, sondern auch für die Gemeinde Weeze nicht gefährlich, wie Peter Smits von der Verwaltung erläuterte. "Alles ist relaxed, die Lage ist völlig entspannt. Nur wenn das Wasser noch weiter steigen würde, müssten die Esel in einen anderen Bereich gebracht werden", berichtete er. Im vergangenen Jahr sei das Wasser deutlich höher gestiegen. Die Wege seien auch frei. Anrufe besorgter Bürger habe es bislang nicht gegeben. Die aktuelle Situation hat sogar eine positive Seite: So ist genau zu sehen, wo das Wasser bei Hochwasser hinfließt und wo es trocken bleibt. Wichtige Informationen für eine mögliche Erweiterung des Tierparks.

  • Von Düsseldorf bis Xanten : So ist die Hochwasser-Lage in der Region

Während am Rhein die Alarmglocken schrillten, blieben die Verantwortlichen an der Niers entspannt. Laut Niersverband zeige sich in diesen Tagen auch die positive Auswirkung der Renaturierung. Im vergangenen Jahr ist die Niers bei Wetten verbreitert und sei so mehr Rückhaltefläche geschaffen worden. In der Nähe des Hauses Te Gesselen verteilte sich das Wasser aus dem Flussbett auf die seitlich angelegten Schleifen. Damit gibt es mehr Platz für das Wasser, was den Pegel entlastet. Da die Niers keine Deiche hat, ist das die Möglichkeit, regulierend auf den Fluss einzuwirken.

Schifffahrt gibt es auf der Niers ohnehin nicht. Auch gepaddelt wird derzeit wohl kaum. Ohnehin gibt es auch bei Hochwasser kein Paddelverbot. Im Sommer sei einmal eine kritische Marke erreicht worden, da habe man die Paddler gebeten, das Fahren auf dem Fluss zu unterlassen, so der Niersverband.

(zel)
Mehr von RP ONLINE