Goch: Die Niers breitet sich aus

Goch: Die Niers breitet sich aus

Überlaufgebiete entlang des Flusses nehmen viel Wasser auf. Spazierwege sind überflutet, an der Nierswelle stehen Absperrbaken, um Passanten zu schützen. Pegel in Goch stand gestern bei 1,55 Meter - mittlere Hochwassermarke.

/ weeze Verglichen mit anderen Regionen bundesweit und auch in der Nachbarschaft haben die Gocher wenig Probleme mit dem Hochwasser: Die Niers hat Platz genug, sich in Wiesen und Auwäldern auszudehnen, direkte Anlieger gibt es kaum. Entsprechend entspannt geht auch die Stadtverwaltung mit dem Thema um, wenngleich Stadtsprecher Torsten Matenaers auf RP-Anfrage mitteilt, dass einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden. "Und die Kollegen des Ordnungsamts haben auch am Wochenende einen Blick auf die Lage", versichert er.

Foto: Settnik

Wer rund um Goch auf dem Ring unterwegs ist, "begegnet" der Niers zweimal, und auch in der Innenstadt ist ein Blick auf das Flüsschen vor allem an Brücken- und Bahnhofstraße nicht zu vermeiden. Dass die Niers viel Wasser führt, das auch noch steigen dürfte, ist für jedermann offensichtlich. Am Ostring (B 67) wie am Nordring ist der eigentlich zahme Fluss weit über die Ufer getreten. Die Wiesen und Weiden sind überflutet, wie es eben ein- bis zweimal im Jahr passiert, wenn nach starken Regenfällen zuviel Rheinwasser in die Nebenflüsse läuft. Große Probleme hat damit kaum jemand, lediglich Spaziergänge entlang des Gewässers sind dann ausgeschlossen.

"Der Nierswanderweg ist im Bereich der Nierswelle bereits gesperrt worden, denn das Wasser, das am Morgen den Weg noch nicht ganz erreicht hatte, soll ja noch weiter steigen", erklärt Matenaers. Die Nierswelle sei immer ein guter Pegel, um die Situation abzuschätzen. Auch in Kessel, etwa am Klockschen Weg oder an der Nergenaer Straße, lägen "neuralgische Punkte", die bei Hochwasser schnell überschwemmt würden.

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Regulierend eingreifen kann der Niersverband am Unterlauf des Flüsschens nicht, denn große Regenrückhaltebecken gibt es nur am Oberlauf der Niers. Im Raum Goch-Weeze übernehmen unbewohnte Freiflächen die Funktion der Sammelbecken. Weil dieser natürliche Umgang mit den Wassermassen ökologisch am günstigsten ist, werden bekanntlich immer mehr Teilabschnitte der Niers renaturiert, um die kanalartige Enge des Flusses aufzubrechen. Zur aktuellen Lage sagt Verbands-Sprecherin Margit Heinz: "Wir haben absolut keine dramatische Situation, es ist einfach ein der Jahreszeit entsprechendes Hochwasser." Mit 1,70 Meter war der Pegel in Weeze gestern nahe an der mittleren Hochwassermarke von 1,75 Meter, in Goch lag der Pegel bei 1,55 Meter. Ein erheblicher Anstieg werde nicht mehr erwartet.

Anlieger sind in Goch ohnehin kaum betroffen. Wer an der Lüderitzstraße oder der Wiesenstraße ein Grundstück zur Niers hin besitzt, hat's im Garten vielleicht mal nasser als erwünscht. Dass das eigene Haus nur noch über Stege oder mit dem Boot zu erreichen ist wie bei extremem Hochwasser manchmal in der Kölner Altstadt - das gibt's in Goch nicht. Familien, die am Wochenende einen Besuch des Weezer Tierparks planen, werden vermutlich Hirsche und Rehe sehen, die im Wasser planschen. Doch keine Sorge, die Vierbeiner haben genügend trockene Flächen auf ihrem Gelände, versichert Peter Smits von der Gemeinde Weeze. Die Situation sei noch völlig entspannt. "Alles ist relaxed. Nur wenn das Wasser noch weiter steigen würde, müssten einige Tiere in einen anderen Bereich gebracht werden", berichtet Smits. Die Wege für die Besucher seien frei begehbar.

(RP)