In Goch mussten kranke Bäume gefällt werden

Goch : Bahnhofstraße: Goch fällt kranke Kastanien

Seit Jahren waren die Blätter rotfleckig und wiesen darauf hin, dass die Bäume nicht mehr gesund waren.

(nik) Generationen von Kindern haben hier mit Müttern und Omas Kastanien gesammelt und daraus vielleicht Männchen gebastelt – oder basteln lassen. Nun müssen sich die Kleinen und ihre kreativen Begleiter anderswo umsehen, denn zwei der großen Kastanien nahe des Bahnübergangs Kalkarer Straße wurden jetzt von der Stadt Goch gefällt. Die Bäume waren seit Jahren krank, immerhin einer in der Reihe konnte stehen bleiben, weil er noch recht gesund aussieht.

Zunächst hatten fachkundige Männer, beobachtet von einigen Zaungästen, die Kronen und großen Äste abgesägt, dann wurde der Stamm gekürzt, bis nur noch ein Rumpf übrig blieb. Auf Anfrage der Rheinischen Post gab die Stadt Auskunft: Gochs Stadtsprecher Torsten Matenaers erklärte: „Es handelt sich um zwei große Roßkastanien, die gefällt wurden, da deren Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte. Zum einen waren sie von der Roßkastanienminiermotte befallen, was sie über Jahre hinweg geschädigt hat. Durch die gleichzeitige Infektion mit dem Bakterium Pseudomonas wurden die Bäume derart geschwächt, dass ganze Teile der Kronen abstarben. Eine der Kastanien war zudem noch mit Lackporling befallen. Das ist ein Pilz, der den Stammfuß weitestgehend zersetzt hat. Alles zusammen hat leider dazu geführt, dass die Bäume nicht mehr standsicher waren und gefällt werden mussten.“

Roßkastanien-Krankheiten machen den Bäumen in Deutschland seit Jahren zu schaffen. Sehr stark verbreitet ist die bakterielle Infektion mit Pseudomonas, die zunächst die Rinde und von dort aus den ganzen Baum schädigt. Häufig schließen sichSekundärinfektionen verschiedener Pilzarten an – dann ist der Baum kaum mehr zu retten. Die Übertragung des Befalls geschieht über die Luft und durch Niederschläge, einen Schutz dagegen gibt es folglich nicht. Oft ist es die Verkehrssicherheit, die ein konsequentes Einschreiten verlangt.

Mehr von RP ONLINE