Messe Binnenschifffahrt im Wunderland Kalkar

Messezentrum Kalkar : Binnenschifffahrt trifft sich in Kalkar

Zur Fachmesse im Wunderland ist eine größere Anzahl Schüler zu erwarten, denn die Branche bietet viele interessante Jobs.

Welche Bedeutung die Binnenschifffahrt hat, zeigt sich insbesondere dann, wenn sie durch höhere Gewalt mal nicht funktioniert. Weitaus schlimmer als in diesem Sommer stand es im vergangenen Jahr um den Pegel des Rheins: Das extreme Niedrigwasser hatte zur Folge, dass wochenlang Schifffahrt kaum möglich war. Viele Unternehmen im Ruhrgebiet, gerade die Stahlindustrie in Duisburg, bekamen kaum Nachschub an Rohstoffen – ein Riesenproblem für die Produktion. Unter anderem mit diesem Thema wird sich das Forum auf der Binnenschifffahrtsmesse in Kalkar auseinandersetzen. Am 24. und 25. September trifft sich die Branche auf der „Shipping-Technics-Logistics“ in den Messehallen des Wunderlandes. Die Messe, die zum sechsten Mal in Kalkar stattfindet, ist deutschlandweit die einzige Fachmesse für die Binnenschifffahrt.

Alle vier Hallen, die drei kleineren und die neuere große Eventhalle, werden einbezogen. Deshalb lässt sich das Angebot gut strukturieren. So ist Halle B zum Beispiel die „Bildungshalle“: Dort präsentiert sich die Lernende Euregio mit einem Projekt. Ein fahrbares kleines Schiff soll in Partnerarbeit von deutschen und niederländischen jungen Leuten gebaut werden. Die Baupläne sind schon fertig, nun steht nur noch die Umsetzung an. „Es wird ein Wettbewerb der angehenden Mechatroniker im Sektor Maschinenbau und Elektrotechnik“, informierte der Vertreter der Nimweger Berufsschule.

Leon Westerhoff, der die Messe  seit Jahren organisiert, stellte der Presse die zweitägige Veranstaltung vor. Wunderland-Geschäftsführer Han Groot-Obbink  merkte an, dass ein Blick auf den Rhein ja genüge, um festzustellen, wie viel Verkehr auf dem Wasserweg stattfinde und dass dies fraglos viele berufliche Chancen biete. Natürlich unmittelbar auf den Schiffen, aber auch in Werften, bei Speditionen, im Stahlbau, in den Häfen. Vor allem fehle der Nachwuchs aber direkt auf den Schiffen. Selbst dort sind aber nicht ausschließlich gelernte Binnenschiffer gefragt, sondern auch Maschinenbauer, Elektriker, Fachleute für Radar, Digitales und vieles mehr.

Ein großes Thema für das Fachpublikum dürften auch die immer neuen Herausforderungen in puncto Umwelt sein. Zum Beispiel werden hohe Anforderungen an die Motoren gerichtet. Die Antriebe umweltfreundlich umzurüsten ist derzeit eine stark nachgefragte Aufgabe. Entsprechend werden Motorenhersteller und -reparaturbetriebe auf der Messe vertreten sein. In Halle A gibt’s dazu sogar Vorführungen.

Drei Millionen Container sind pro Jahr auf dem Rhein unterwegs, Linienverkehr sorgen dafür, dass tausende Autos und andere Fahrzeuge fürs Übersee-Geschäft von den deutschen Produktionsorten zu den See- oder Umschlaghäfen transportiert werden können. Wenn die alle auch noch auf die Straße oder die Schiene verteilt werden müssten – besser, die Wasserwege auszubauen und der Binnenschifffahrt das Leben nicht zu schwer zu machen, finden die Branchenvertreter, die auch mit Experten aus Politik, Wirtschaft, von Banken, Versicherungen und Verbänden diskutieren wollen. Über alles, was sie sonst berührt, können die Messebesucher bei der großen „Dock & Rock“-Party am Vorabend der Messe bereits fachsimpeln.

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