Unternehmerabend der Wirtschaftsförderung: Kerken will neuen Wohnraum schaffen

Unternehmerabend der Wirtschaftsförderung : Kerken will neuen Wohnraum schaffen

Bürgermeister Dirk Möcking referierte beim Unternehmerabend der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve über den Status Quo und Trends der Bevölkerungsentwicklung in der Gemeinde Kerken. 379 Wohnungen bis 2030 nötig.

„Vielleicht geht in Nieukerk auch noch was. Das wäre schön. Wir setzen uns jedenfalls weiter dafür ein“, versicherte Kerkens erster Bürger Dirk Möcking auf dem Unternehmerabend der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve. In der Tat scheint die Erschließung neuer Baugebiete sehr schwierig. Bei dem Versuch der Gemeindeverwaltung, neue Baugebiete in Kerken zu erschließen, stießen Bürgermeister Dirk Möcking und seine Mitarbeiter auf Hürden. Nach einem Punktesystem, bei dem man mindestens 40 von 100 Punkten erreichen muss, um für Bauvorhaben grünes Licht seitens der Bezirksregierung Düsseldorf zu erhalten, wurden in Nieukerk und Aldekerk mehrere Gebiete bewertet.

Einige Gebiete erreichten nicht die Mindestpunktzahl. Entweder war das Baugebiet zu weit vom Bahnhof entfernt (Gebiet hinter der Freiwilligen Feuerwehr und Vogtei-Halle), zu nah an Landschaftsschutz- oder Erholungs- und Freizeitgebieten, oder aber die Geruchsemission war aufgrund einer nahegelegenen Kläranlage zu hoch (Gebiet südwestlich vom Veenweg). Lediglich zwei Gebiete in Aldekerk erreichten mit 43,7 und 47 Punkten die 40-Punkte-Marke. Das Gebiet, das an Ackermansfeld angrenzt sowie ein großes Gebiet, das von Aldekerk aus gesehen in Richtung Obereyll liegt, mit über 40 Hektar, könnten in Zukunft bebaut werden. Auch die bereits stattgefundene Regionalplan-Änderung unterstreicht diese Möglichkeit. Bürgermeister Möcking referierte vor einem gefüllten Saal im Landgasthaus Wolters. Unternehmer und Ratsmitglieder waren vor Ort, um über den Status Quo und Trends informiert zu werden.

Kerken verzeichnet neben einer steigenden Geburtenzahl in den vergangenen zehn Jahren mehr Zu- als Wegzüge. Die Prognosen erwarten bis 2030 einen enormen Zuwachs bei dem Bevölkerungsteil der jungen sowie alten Senioren ab 80 Jahren. Diesen Trend bestätigen auch Daten, die für den Kreis Kleve erhoben wurden. 2040 wird es fast 50 Prozent mehr Menschen geben, die 65 Jahre oder älter sind. Der Anteil der jüngeren Kreisbürger wird geringer, veranschaulichte Möcking. Gegenwärtig existieren in der Gemeinde 5968 Wohnungen. Die Nachfrage nach Wohnraum wird steigen. 20.000 neue Wohnungen werden voraussichtlich im Kreis bis 2030 nachgefragt. 379 davon laut den Prognosen in Kerken, erzählte Hans-Josef Kuypers, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve. In Aldekerk-Süd, südlich vom Ackermansfeld, könnten in Zukunft 200 Wohneinheiten entstehen. Im Hinblick auf den Wohnungsbau stehen dabei Zwei-Personen-Haushalte im Fokus, so Möcking. Im Bereich Mehrfamilienhäuser seien derzeit ebenfalls zu wenige Immobilien in Kerken vorhanden. Dafür gebe es einen Überschuss an Einfamilienhäusern, die zunehmend auch renovierungsbedürftig sind. Auch das Thema des bezahlbaren Wohnraums sei eine große Herausforderung. „Hier haben wir einen klaren politischen Auftrag, sozialen Wohnraum in die neuen Gebiete einfließen zu lassen“, so Möcking.

Gesprächsrunde in Kerken mit Norman Raeder, Heike Weber, Ulrich Platen, Rainer Pütz, Hans-Josef Kuypers, Andrea Franken, Stephan Kunz, Lars Schroers, Klemens Molderings, Johannes Dicks und Dirk Möcking, von links. Foto: Klaus-Dieter Stade (kds)

In der Gesprächsrunde redete Moderatorin Andrea Franken nicht nur mit dem Bürgermeister, sondern auch mit Johannes Dicks von der DIBA Bau GmbH, mit Klemens Molderings von der gleichnamigen Haustechnik GmbH, Lars Schröers vom Architekturbüro wie Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers.

Mehr von RP ONLINE