Fußball : Wachablösung beim GSV Geldern

Timo Pastoors ist ab sofort Cheftrainer des Fußball-Bezirksligisten. Der 34-jährige löst Peter Streutgens ab, der die Mannschaft vor sechseinhalb Jahren in der B-Liga übernommen hatte. Er ist bis Sommer als sportlicher Leiter tätig.

Die überaus erfolgreiche Zeit von Peter Streutgens beim GSV Geldern nähert sich dem Ende. Mit sofortiger Wirkung überreicht der Trainer den Staffelstab an seinen bisherigen Assistenten Timo Pastoors. Bis zum Saisonende macht er noch als sportlicher Leiter weiter. Im Sommer wird sich der Mann, der die Gelderner Kicker vor sechseinhalb Jahren in den Niederungen der Kreisliga B übernommen hatte, endgültig aus dem Gelderland-Stadion verabschieden. Und dort eine etablierte Bezirksliga-Mannschaft hinterlassen.

Streutgens hat sich diese Entscheidung, die er den Gelderner Verantwortlichen um Obmann Rolf Niersmans pünktlich zum Jahreswechsel mitgeteilt hat, reiflich überlegt. "Ich bin jetzt seit 2011 beim GSV. Und nach so einem langen Zeitraum muss man aufpassen, dass man bei der Inventur nicht einfach mitgezählt wird. Wir haben gemeinsam sportlich einiges erreicht. Deshalb kann ich mich guten Gewissens verabschieden", sagt Streutgens, der heute seinen 51. Geburtstag feiert.

Die Weichen in Richtung Wachablösung hatte der Verein bereits zu Saisonbeginn mit der Verpflichtung von Timo Pastoors gestellt. Der 34-Jährige, der direkt zu Beginn seiner noch jungen Trainerlaufbahn Union Wetten ins Kreisliga-Oberhaus geführt hat, freut sich bereits auf die neue Herausforderung. "Peter und ich haben von Anfang an hervorragend zusammengearbeitet. Die wichtigen Entscheidungen haben wir immer gemeinsam getroffen. Inzwischen kenne ich die Mannschaft. Wir haben uns für die Rückserie noch einiges vorgenommen", kündigt Pastoors an.

Ab sofort muss er die Chefrolle ausfüllen, erhält dabei aber kompetente Rückendeckung. Bei Bedarf stehen Rolf Niersmans und Peter Streutgens mit Rat und Tat zur Seite. Die neuen Aufgaben des ehemaligen Erfolgstrainers als sportlicher Leiter sind klar umrissen. "Ich möchte in den nächsten Monaten noch einmal die Zusammenarbeit zwischen den drei Seniorenteams des GSV intensivieren. Und ab sofort bin ich in Absprache mit Timo und Rolf auch mit der Kaderplanung beschäftigt", erklärt Streutgens.

Und diese Aufgabe ist gar nicht so einfach. Denn der GSV Geldern dürfte in der nächsten Saison vor einem Umbruch stehen. Der eine oder andere erfahrene Spieler wird wahrscheinlich aus Altersgründen seine Laufbahn beenden. Einigen Talenten trauen die Verantwortlichen den Sprung in die erste Mannschaft zu. Außerdem soll Streutgens noch einige Neuzugänge aus dem Hut zaubern. Aktuell verzeichnet die Mannschaft, die mit 31 Punkten aus 18 Spielen als Tabellenfünfter überwintert, allerdings erst einmal drei Abgänge. In der Winterpause hat sich der junge Mittelfeldspieler Marvin Flassenberg, der erst im Sommer aus Kleve gekommen war, bereits wieder in Richtung Kevelaerer SV verabschiedet. Angreifer Besar Amzai ist sich offenbar mit dem abstiegsgefährdeten Landesligisten SV Hönnepel-Niedermörmter einig. Und Krisha Penn, der über anhaltende Kniebeschwerden klagt, legt eine längere Zwangspause ein.

Der neue Linienchef im Gelderland-Stadion nimmt diese Nachrichten recht gelassen. "Wir sind dennoch sehr gut aufgestellt. Das hat die Mannschaft in der Hinrunde gezeigt. Platz fünf ist das Minimalziel. Und vielleicht können wir ja auch noch einmal in Richtung Platz zwei angreifen", sagt Pastoors. Zur Erinnerung: Die Position hinter dem designierten Meister Fichte Lintfort berechtigt zur Teilnahme an der Relegation zur Landesliga.

Und auch Peter Streutgens wird dem Fußball im Gelderland wahrscheinlich erhalten bleiben. "Ich werde jetzt erst einmal genießen, dass ich mehr Zeit für die Familie habe. Aber in der neuen Saison möchte ich schon eine neue Aufgabe übernehmen", betont das Geburtstagskind. Der 51-Jährige lässt offen, ob er eine Rückkehr auf die Trainerbank anstrebt. "Ich kann mir vorstellen, dass mir die Arbeit hinter den Kulissen Spaß macht. Auch als sportlicher Leiter kann man einiges bewegen." Der eine oder andere Verein aus der näheren Umgebung hat bereits vorsichtig angefragt. Konkrete Gespräche hat der Unternehmer mit Fußball-Sachverstand jedoch noch nicht geführt. Schließlich ist die Mission bei "seinem" GSV noch nicht beendet.

Für seinen Nachfolger Timo Pastoors beginnt die neue Aufgabe direkt mit einem persönlichen Highlight. In der Vorrunde der Hallenfußball-Kreismeisterschaft bekommt es der GSV Geldern am Samstag in der Vorrunde mit dem SV Straelen zu tun. Der Oberliga-Tabellenzweite wird bekanntlich von Dietmar Schacht trainiert, der zu Beginn der 90er Jahre den FC Schalke 04 als Kapitän aufs Spielfeld führte. "Und das ist für mich als Schalke- Fan schon etwas Besonderes. Ich kann mir jedenfalls einen wesentlich schlechteren Start vorstellen", sagt Pastoors.

(RP)
Mehr von RP ONLINE