Handball: Vier-Tore-Sieg im Vier-Punkte-Spiel

Handball : Vier-Tore-Sieg im Vier-Punkte-Spiel

Handball: Frauen-Nordrheinligist SV Straelen gewinnt beim TV Walsum-Aldenrade mit 26:22 (11:11). Auch das Männerteam der Blumenstädter beendet den Spieltag bei der HG Kaarst/Büttgen mit 29:27 (17:12) erfolgreich.

Kollektiver Jubel in der Blumenstadt nach den Siegen der Frauen und Männer.

Nordrheinliga Frauen: TV Walsum-Aldenrade - SV Straelen 22:26 (11:11). Die Freude war den Grün-Gelben riesengroß und die Erleichterung geradezu spürbar, als es nach 60 ereignisreichen, jedoch in der Schlussphase überraschend entspannten Minuten vorbei war. Im sechsten Saisonspiel gelang den Blumenstädtern beim Schlusslicht vom TV Walsum-Aldenrade der zweite Saisonsieg. Und den hatten sich die Straelenerinnen verdient... mit großem Kampf, dem einen oder anderen sehenswert herausgespielten Treffer und einer am gestrigen Tag überragenden Elena Fiedler, die für 13 der 26 SVS-Tore verantwortlich war.

Sie war es auch, die für die ersten drei Erfolgserlebnisse auf Seiten der Grün-Gelben sorgte. Anschließend war es jedoch der Gastgeber, der der Partie seinen Stempel aufdrückte. "Unser Rückzugsverhalten war in der ersten Halbzeit mangelhaft. Das hat der Gegner ausgenutzt", analysierte Straelens Trainer Thomas Hoffmann treffend. So rannte sein Team wenig später einem Drei-Tore-Rückstand hinterher. Für die Blumenstädter kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Im Gegenteil. Binnen kürzester Zeit bissen sie sich zurück ins Spiel. Beim Stand von 11:11 ging es schließlich in die Kabinen.

Der SVS kam mit viel Schwung aus der Kabine, versuchte spielerische Akzente zu setzen, während Walsum sein Heil fortan in Eins-gegen-Eins-Aktion suchte. Von damit einhergehender Theatralik ließen sich weder die Straelenerinnen noch das unaufgeregte pfeifende Schiedsrichtergespann provozieren. "Die Mädels haben gut verteidigt, zudem nicht mehr so viele Gegenstöße zugelassen", sah Hoffmann, wie sich sein Team über 14:12 auf 20:15 absetzte. 45 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt und obwohl ein Fünf-Tore-Rückstand beim Handball kein uneinholbarer ist, schien die Moral des Gegners gebrochen. Der SVS-Coach nutzte dies aus, um munter durchzuwechseln. So kam A-Jugend-Spielerin Marie van Bebber zu ihren ersten Spielminuten in der Nordrheinliga. "Und sie hat es richtig gut gemacht. Ein echter Zugewinn für die Mannschaft", freute sich Thomas Hoffmann über den guten Einstand... und noch mehr über die zwei Punkte. Der 26:22-Sieg war am Ende ungefährdet.

Landesliga Männer: HG Kaarst/Büttgen - SV Straelen 27:29 (12:17). Nichts war es mit einer gut gefüllten Bank. Mit gerade einmal acht Feldspielern konnten die Blumenstädter die Fahrt nach Kaarst antreten. Kurz vor knapp musste auch noch Kreisläufer Alexander Burghans-Kähler erkrankt absagen. Für ihn sprang Mario Schaap in die Bresche. Und wie. Nach 60 in der Schlussphase nervenaufreibenden Minuten hatte er starke sechs Tore auf seinem Konto gutgeschrieben. "Wir wussten, dass Kaarst gerne offensiv verteidigt. Wir wussten, dass dadurch am Kreis einiges möglich ist. Die Jungs und vor allem Mario haben das richtig gut gemacht", sagte SVS-Coach Dieter Pietralla. Ein weiterer Blumenstädter, der sich gestern Nachmittag in den Vordergrund spielte, war Danny Mangelmann. In schöner Regelmäßigkeit entwischte der pfeilschnelle Rückraumspieler seinen Gegenspielern, brachte den Ball insgesamt sogar sieben Mal im gegnerischen Tor unter.

Das alles reichte jedoch nicht, um gegen den Aufsteiger einen lockeren Sieg einzufahren. "Das haben wir auch nicht erwartet", so Straelens Trainer. Entsprechend konzentriert gingen die Blumenstädter vom Anpfiff an zu Werke. Zunächst war es Jens Groetelaers, der aus SVS-Sicht für die Highlights sorgte... bis er einen Sonderbewacher auf die Füße gestellt bekam. Dasselbe widerfuhr wenig später Daniel Meyer, so dass der grün-gelbe Angriffsschwung nach einer abgezockt herausgespielten 11:6-Führung ein wenig an Fahrt verlor. Zu Ergebniskosmetik sollte es für den Gastgeber bis zum Halbzeitpfiff jedoch nicht reichen. Straelen ging mit einem Fünf-Tore-Polster in die Pause (17:12).

Und auch nach dem Seitenwechsel ließen die Grün-Gelben zunächst wenig anbrennen. Nach dem Treffer zum 20:14 war es dann jedoch vorbei mit der Straelener Herrlichkeit. "Wir haben aufgehört Handball zu spielen, den Gegner dadurch ganz ohne Not stark gemacht", ärgerte sich Dieter Pietralla über Fahrlässigkeit im Minutentakt. Beim 22:23 war Kaarst/Büttgen wieder im Rennen - und zwölf Minuten waren noch zu spielen.

"Gut war, dass die Jungs nicht in Panik verfallen sind, das Ding am Ende doch noch ordentlich über die Zeit gebracht haben", sagte der Straelener Coach zum 29:25-Erfolg seiner Mannschaft, die sich durch den vierten doppelten Punktgewinn in dieser Saison vorerst in der oberen Tabellenhälfte festsetzt.

(terh)
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