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Emmerich: Logistiker keine Gefahr für Trinkwasser

Emmerich : Logistiker keine Gefahr für Trinkwasser

Die Ansiedlung eines großen Logistikers auf dem Kasernengelände wäre aus wasserwirtschaftlicher Sicht unbedenklich. – auch, wenn es in einer Wasserschutzzone liegt. Das erklären die Stadtwerke. Den Kritikern dürfte das kaum genügen.

Die Ansiedlung eines großen Logistikers auf dem Kasernengelände wäre aus wasserwirtschaftlicher Sicht unbedenklich. — auch, wenn es in einer Wasserschutzzone liegt. Das erklären die Stadtwerke. Den Kritikern dürfte das kaum genügen.

Foto: rp-archivfoto

Der Trinkwasserschutz ist ein Argument, das die Gegner eines möglichen Logistikzentrums auf dem ehemaligen Kasernengelände in jüngster Zeit immer wieder ins Feld führen. Die Stadtwerke haben allerdings gar keine Bedenken. So sagte der Geschäftsführer Ulrich Schnake klipp und klar: "Wir sehen keine Gefährdung des Trinkwassers."

Foto: van Offern, Markus (mvo)

Nach Auskunft der Stadtwerke gehört das gesamte Kasernengelände zur großen Wasserschutzzone 3 rund um das Wasserwerk Helenenbusch. Damit ist das Areal nicht im "Wassergewinnungsgebiet", das heißt: Es wird unterhalb der Kaserne kein Wasser gefördert.

Das Kasernengelände aus der Luft. Foto: eve

"Ein Logistikbetrieb, egal, in welchem Ausmaß, kann sich in einer Wasserschutzzone 3 ansiedeln. Das ist in der Frage des Trinkwasserschutzes unbedenklich", so Schnake. Das ergibt sich aus einer Verordnung der Bezirksregierung Düsseldorf aus dem Jahr 1990. "Im Vergleich zur Nutzung durch die Bundeswehr wäre das sogar grundwasserschonend."

Geschäftsführer Hugo Thesing hat den belasteten Mais zurückgeschickt. Er will künftig angelieferte Ware noch stärker kontrollieren. Foto: zel

Zwar ist es offensichtlich, das ein Logistikunternehmen Verschmutzung bedeutet. Das fängt bei Abgasen und Reifenabrieb an und hört auf bei allen Risiken auf, die der Einsatz von Benzin, Motor- und Dieselöl mit sich bringt.

Dennoch, so Schnake: Wenn Flächen versiegelt, also mit Fundamenten und Pflaster abgedichtet werden, gelangen Schadstoffe vor Ort nicht direkt in den Boden. "Dann geht es nur noch darum, wie das Regenwasser abgeleitet wird." Überhaupt sei es prinzipiell immer die Frage, ob mit wassergefährdenden Stoffen hantiert werde oder nicht. Das sei bei der Logistik weniger der Fall als bei einer militärischen Nutzung.

Wasserschutzzonen können immer angepasst werden, wenn neue Brunnen gebohrt oder alte stillgelegt werden. Tatsächlich wurde unterhalb des Kasernengeländes einmal Wasser gefördert. Das sei aber viele Jahrzehnte her. Derzeit stünden keinerlei Veränderungen der geschützten Bereiche an, versicherte Schnake, und selbst wenn es eines Tages so kommen sollte: "Wir werden mit der Wassergewinnung nicht näher an den Kasernenbereich heranrücken."

Die Wasserschutzzone 3 erstreckt sich über einen weiten Bereich. Sie reicht im Westen bis beinahe zum Hassentweg, im Süden bis unter die Hüthumscher Heide und ins Emmericher Stadtgebiet hinein. Im Osten geht sie bis hinter die Speelberger Straße und im Norden bis etwa an die Niederländische Grenze.

Die Wasserschutzzonen 1 und 2 liegen in unmittelbarer Nähe des Wasserwerks Helenenbusch. Für diese Bereiche gelten weitaus strengere Richtlinien.

(RP)