Emmerich Logistik-Ansiedlung: Diks weist Vorwürfe zurück

Emmerich · Die heftige Kritik, er betreibe Geheimniskrämerei um die Ansiedlungsinteressen eines Logistikers auf dem Kasernengelände, lässt Bürgermeister Diks nicht gelten. "So etwas müsste eigentlich sogar noch viel nicht-öffentlicher behandelt werden", schimpfte er.

Emmerich: Logistik-Ansiedlung: Diks weist Vorwürfe zurück
Foto: van Offern, Markus (mvo)

Richtig sei, dass ein Logistikunternehmen sich für 200 000 Quadratmeter Fläche ins Spiel gebracht habe. Die Vorstellung von einer riesigen Halle auf dem Gelände bezeichnete er als vollkommen haltlos. Die Annahme, es würden allenfalls Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor geschaffen, nannte er eine "Unverschämtheit".

Das immer wieder ins Feld geführte Argument, ein Unternehmen einer solchen Größe sei im Netpark besser aufgehoben, verneinte er. Der Netpark komme nicht infrage, "weil wir da keine 200 000 Quadratmeter übrig haben", so seine Auskunft: "Da haben wir gerade mal um die 100 000 Quadratmeter."

Diks glaubt, dass Emmerich sehr viel davon hätte, wenn der Logistikkonzern sich auf dem Kasernengelände niederlassen würde. "Wir sind ein Logistik- und ein Chemiestandort", führte er aus. Die gute Anbindung an Wasser- und Landwege sei eine von Emmerichs Stärken. Die relativ hohen Grundstückspreise hingegen seien für Investoren eher eine Hürde. Fazit: "Wer sich in Emmerich ansiedelt, braucht Infrastruktur. Was das an zusätzlichem Hafen-Umschlag bedeuten müsste, kann man sich mal vorstellen." Und auch im Hafen entstünden schließlich Jobs.

Die Kritiker finden, dass die Bürger überfahren, politische Entscheidungen wie der Ratsbeschluss von 2008 ignoriert werden. Diks hat dafür kein Verständnis. Was die Politik betrifft, so müsse der Rat natürlich über jede geplante Ansiedlung beschließen. Und die Bürger kämen schließlich im Rahmen des Bauleitplanverfahrens zu Wort.

Nach einem großen Logistik-Standort würden andere Kommunen sich alle zehn Finger lecken, sagt er: "Jede Stadt buhlt um Investoren. Nur hier in Emmerich reden wir mal wieder alles kaputt."

Dabei gebe es bis jetzt lediglich eine Anfrage — nicht mehr und nicht weniger, und überdies erkundige sich besagter Interessent nach Flächen nicht nur in Emmerich, sondern in ganz Nordrhein-Westfalen. "Wenn ich Investor wäre, würde ich Emmerich ganz schnell wieder Tschüß sagen wegen dieser Diskussionen", ärgert Diks sich: "Ich weiß noch nicht mal, wie das im Detail auf dem Grundstück aussehen soll, und schon regen sich alle auf."

(RP/ac)