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Zoo Duisburg: Ein Bambushai als Botschafter für gefährdete Artgenossen

Zoo Duisburg : Ein Bambushai als Botschafter für gefährdete Artgenossen

Der Duisburger Zoo begrüßt seinen ersten Neuankömmling in diesem Jahr: ein Bambushai ist eingezogen. Die kleine Haiart steht als Botschafter für viele stark gefährdete Artgenossen. Denn der globale Handel mit Haifischflossen setzt den weltweiten Beständen stark zu.

Der neue Bewohner des Duisburger Aquariums ist rund 77 Zentimeter lang. Ein weiblicher Bambushai soll im Zoo für Nachwuchs sorgen. Die Reise ins neue Zuhause hat das Weibchen in einem speziellen Transportbehälter gut überstanden und ihren Artgenossen und Mitbewohner bereits kennengelernt.

Im Riff-Aquarium des Zoo Duisburg lebte bisher nur Lenny, der Single-Bambushai. „Wir hoffen durch das neue Weibchen nun auf Nachwuchs bei dieser kleinen und potentiell gefährdeten Haiart. Außerdem möchten wir mit diesen Tieren für die Bedrohungssituation von vielen anderen Haien aufmerksam machen und Menschen die unbegründete Angst vor den Raubfischen nehmen“, verdeutlicht der zoologische Leiter Oliver Mojecki. Das erste Zusammentreffen der Tiere verlief überaus vielversprechend – Lenny näherte sich binnen weniger Minuten seiner Partnerin und nahm bereits Körperkontakt auf. Das nährt die Hoffnung, dass es in Zukunft Haibabys in Duisburg geben könnte.

Ihr unbegründet schlechter Ruf eilt Haien meist voraus: Sie gelten nicht als Sympathieträger, werden daher häufig nicht gut genug geschützt und gnadenlos gejagt. Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr rund 100 Millionen Haie durch den Menschen. Das hat zur Folge, dass rund 75 Prozent aller Haiarten auf der sogenannten Roten Liste stehen.

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Dabei sind die Gründe für die Gefährdung vielfältig: Haie landen ungewollt als sogenannter Beifang in Netzen wie an Langleinen, ihr Lebensraum wird verschmutzt und Riffe zerstört. Auch die Kinderstube vieler Haiarten wird immer kleiner, denn die für Babyhaie so wichtigen Mangrovenwälder werden gerodet.

Der Hauptgrund für das Verschwinden der Meeresräuber liegt aber in der gezielten Fischerei. Insbesondere wegen ihrer Flossen werden Haie gezielt gefangen. Meist noch lebend, werden den Tieren die Flossen abgetrennt – der Körper dann über Bord geworfen, wo sie leidvoll sterben. Hauptsächlich werden die Flossen in getrocknetem Zustand in asiatische Länder exportiert. Dort finden sie Verwendung in Haifischflossen-Suppen sowie der traditionellen Medizin. Aber auch innerhalb Europas werden Haie kommerziell gehandelt und das Fleisch verkauft. Hierzu zählt unter anderem die sogenannte Schillerlocke, mit der die geräucherten Bauchlappen des Dornhais gemeint sind. Aber auch als Haifischsteak findet das Fleisch Abnehmer.

Der stetige Rückgang von Haien hat Auswirkungen auf das Ökosystem Meer. Als Raubtiere am Ende der Nahrungskette nehmen insbesondere die großen Haiarten eine wichtige Rolle ein. Sie kontrollieren die Population ihrer Beute. Fehlt der Hai, kommen die sensiblen Nahrungsbeziehungen und schlussendlich das ganze Ökosystem Meer aus dem Gleichgewicht.

(dab)