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Hochwasser an Rhein und Ruhr in NRW: Pegelstände 2022

Pegelstände in Duisburg, Düsseldorf und Köln : Droht Hochwasser an Rhein und Ruhr?

Im Januar steigen normalerweise die Pegelstände des Rheins in NRW, auch diesen Monat liegen die durchschnittlichen Messwerte bereits über dem Mittelwert. Die aktuelle Lage am Rhein und eine Wetterprognose.

Vereinzelt verschwinden die Rheinwiesen am Deich in Emmerich bereits unter dem Wasser, das aus dem Rhein übergetreten ist. Einige Vögel schwimmen nun dort, wo normalerweise Menschen mit ihren Hunden spazieren gehen. Bislang sind die Rheinwiesen aber nur leicht überflutet. Im vergangenen Jahr sah das zu gleichen Zeit ganz anders aus: Das Wasser reichte hoch bis zum Deich.

Auch wenn es in den vergangenen Tagen zunächst entlang des Rheins nach Hochwasser aussah, wird es dazu vermutlich in den kommenden Tage nicht kommen. Die Pegel im Rhein sinken gerade, wie Björn Goldhausen vom Internet-Wetterdienst Wetter-Online sagt. „Momentan befindet sich ein fettes Hoch über Europa“, sagt der Wetterexperte, „bis nächste Woche wird es also erstmal keinen Niederschlag geben.“ Der starke Regen oder die Schneeschmelze aus den bergigen Regionen bleiben zunächst aus. Somit wird auch nicht mehr Wasser durch den Fluss fließen. „Wenn wir eine ähnliche Wetterlage wie in den vergangenen Wochen bekommen, dann könnte es womöglich zu einem steigenden Pegel kommen“, sagt Goldhausen. Ob der dann aber so sehr steigen wird, dass es zu Hochwasser kommt, ist nicht klar.

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Dass der Pegel momentan sinkt, zeigen die aktuellen Messwerte der Pegelstationen entlang des Rheins. Dennoch liegt der durchschnittliche Pegelmesswert gleichzeitig überall über dem eigentlichen Mittelwert. In Köln liegt der Pegelstand trotz sinkender Tendenz noch 54 Prozent über den Messwert, in Düsseldorf sind es sogar 67 Prozent bei einem Pegelmesswert von 465 Zentimetern. Am Montag lag der Messwert noch bei 563 Zentimetern. Weiter den Rhein hinunter in Emmerich liegt der aktuelle Pegelstand bei 501 Zentimetern und liegt somit 91 Prozent über dem Mittelwert. Noch am Samstag befand sich der Pegel bei 609.

Im vergangenen Jahr führte der Rhein Hochwasser. In Köln stieg der Pegel innerhalb kürzester Zeit von anfangs 466 Zentimeter am 29. Januar auf 804 Zentimeter am 1. Februar. Die RP berichtete. Dennoch sind diese Werte nicht weiter bedrohlich. Städte im Rheinland wissen schon im Vorfeld, wann es Hochwasser geben wird. Deshalb haben sie genug Zeit, sich auf entsprechende Maßnahmen vorzubereiten, wie auch schon im vergangenen Jahr.

Wie das Wetter in einer Woche aussehen wird, lässt sich noch nicht sicher sagen. Deshalb stehen auch noch gültige Prognosen aus, wann das erste Hochwasser des Jahres das Rheinland treffen wird. Björn Goldhausen sagt: „Das ist aber zunächst nicht zu erwarten.“