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Loveparade-Katastrophe: So läuft der Gedenktag am Sonntag ab

Loveparade-Katastrophe : So läuft der Gedenktag am Sonntag ab

Am Sonntag, auf den Tag genau ein Jahr nach der Katastrophe auf der Loveparade, findet in der MSV-Arena die Gedenkfeier für die 21 Todesopfer statt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den ersten Jahrestag des Unglücks.

Wann beginnt die Gedenkfeier?

Die öffentliche Veranstaltung in der MSV-Arena beginnt um 15 Uhr am Sonntag, auf den Tag genau ein Jahr nach dem Unglück. Die zweistündige Feier endet um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. An den Eingängen werden aber kostenfreie Platzkarten ausgegeben. Besucher werden gebeten, rechtzeitig anzureisen. Parkplätze in der nähren Umgebung sind ausgewiesen. Die Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) wird am Sonntag auf der Buslinie 934 zwischen dem Hauptbahnhof und der Arena zusätzliche Fahrten anbieten.

Wird die Feier im Fernsehen übertragen?

Nein. Die Gedenkfeier wird nicht live im TV zu sehen sein. RP-Online berichtet aber ab 14 Uhr mit einem Ticker live aus dem Stadion.

Wie läuft die Feier ab?

Zu Wort werden eine Angehörige aus Italien, ein Rettungssanitäter und eine Frau kommen, die sich im dichten Gedränge bei der Massenpanik verletzte. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) wird am Sonntag bei der Gedenkfeier in der MSV-Arena eine Fürbitte für die 21 Todesopfer der Katastrophe auf der Loveparade sprechen. Eine Rede wie beim Trauergottesdienst am 31. Juli 2010 in der Salvatorkirche wird sie nicht halten. Musikalisch untermalt wird die Gedenkfeier unter anderem von Peter Bursch und seiner Band sowie einem Streichquartett der Duisburger Philharmoniker. Auf Wunsch der Angehörigen wird zudem der "Graf", Sänger der Band "Unheilig", mit dem Lied "Geboren, um zu leben" auftreten. Davor werden die 21 Namen der Toten verlesen und eine Schweigeminute eingelegt.

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Wer organisiert die Veranstaltung?

Organisiert wird die zweistündige Feier auf ausdrücklichem Wunsch der meisten Angehörigen von der Düsseldorfer Staatskanzlei. Für die inhaltliche Gestaltung zeichnet sich die Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland verantwortlich. "Unser Wunsch ist es, einen Rahmen für eine würdige und tröstliche Gemeinschaft der Trauer anzubieten, die das lebendige Andenken an die 21 jungen Menschen wach hält", sagt Dr. Uwe Rieske, Landespfarrer für Notfallseelsorge.

Wird der Tunnel gesperrt?

Ja. Der Karl-Lehr-Tunnel wird von Samstagmorgen (6 Uhr) bis Montagfrüh (5 Uhr) für den Verkehr gesperrt. 47 Stunden lang wird der Tunnel damit zum Gedenkort. Um einen würdevollen Rahmen zu schaffen, um Ruhe einkehren zu lassen und Besinnung möglich zu machen, wird es dort keine Veranstaltungen geben. Die Gedenktage sollen auf keinen Fall "Eventcharakter" bekommen.Am Sonntag zwischen 15 und 18.30 Uhr wird der Tunnel ausschließlich den Angehörigen zur Verfügung stehen. Die Öffentlichkeit wird auf ausdrücklichen Wunsch der Hinterbliebenen draußen bleiben.

Sicherheitskonzept

Stadt Duisburg, Polizei und Feuerwehr haben ein Veranstaltungskonzept erarbeitet. An den beiden Tunnelzugängen stehen insgesamt 27 Ordner sowie eine nicht bekannte Zahl von Polizisten bereit, um den Zugang zu regeln. Maximal dürfen 900 Trauernde gleichzeitig in den Tunnel.

Welche Ehrengäste kommen?

Neben Ministerpräsidentin Hannelore Kraft werden unter anderem das gesamte NRW-Landeskabinett und Fritz Pleitgen teilnehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Christian Wulff (beide CDU) werden hingegen am Sonntag nicht nach Duisburg kommen.

Warum kommen Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) und Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller nicht?

Die Angehörigen hatten im Vorfeld darum gebeten, dass beide der Veranstaltung fern bleiben sollen. Sie seien nicht erwünscht. Sauerland werfen die Hinterbliebenen vor, sich viel zu spät bei ihnen entschuldigt und moralische Verantwortung übernommen zu haben.

Was passiert nach der Feier?

Im Anschluss der Feier werden die Angehörigen, begleitet von Hannelore Kraft und Notfallseelsorgern, die Unglücksstelle besuchen. Von Freitagabend bis Montagmorgen werden Notfallseelsorger rund um die Uhr am Unglücksort sein, um Angehörigen in ihrer Trauer beizustehen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Loveparade - 100 Tage nach der Katastrophe

(csh)