Duisburg: Rheinhausen wird 80 - und keiner feiert

Duisburg : Rheinhausen wird 80 - und keiner feiert

Die Stadt Rheinhausen hätte Anfang des Monats ihren 80. Geburtstag gefeiert. Viele hätten sich eine angemessene Feier gewünscht. Doch die fand nicht statt, und geplant ist bislang auch nichts. Jetzt will das Bezirksamt darüber beraten.

Die Stadt Rheinhausen wäre Anfang Juli 80 Jahre alt geworden. Ein runder Geburtstag, den man wohl sonst überall ausgiebig gefeiert hätte. Doch niemand hatte bisher die Absicht, eine Feier, einen Empfang oder eine Gedenkstunde zu planen - schon gar nicht die Stadt Duisburg. Bekannte Rheinhauser wie Rudi Lisken, Günter Pfeiffer, Karsten Vüllings oder Jürgen Konkol finden das zumindest bedauerlich.

Aus den Zeiten des Krupp-Arbeitskampfes stammt dieses beschmierte Ortstafel. Foto: Archiv

"Ich glaube noch nicht mal, dass jemandem im Rathaus das Jubiläum bekannt ist. Da hat wohl niemand darüber nachgedacht", sagt der Kommunalpolitiker Vüllings, der für den Werbering seit rund 20 Jahren das Stadtfest Rheinhausen organisiert. "Das war auch in der Vergangenheit so, bei den Rheinhauser Jubiläen vor zehn oder 20 Jahren."

1984 war das noch anders, neun Jahre nach der kommunalen Neuordnung gab es ein Erinnern: Damals wurde eine 156-seitige Festschrift veröffentlicht, für die der damalige Bezirksvorsteher Siegfried Schlicht im Impressum verantwortlich zeichnete. Grußworte an die Leser entrichteten damals neben Bezirksvertreter Wilhelm Schlüpen (CDU) und Rheinhausens Alt-Bürgermeister Johann Asch (SPD) auch Duisburgs Oberbürgermeister Josef Krings (SPD).

In diesem Jahr gibt es keine Festschrift und folglich keine Grußworte, also auch nicht aus dem Duisburger Rathaus. Vüllings kommentiert das kritisch: "Das interessiert ja dort nicht, was in den Bezirken passiert." Dennoch würde er sich eine angemessene Feier oder Gedenkstunde wünschen - genau so wie Günter Pfeiffer, langjähriger Vorsitzender des Freundeskreises lebendige Grafschaft in Friemersheim: "Ich würde das auch bejahen. Dieses Ereignis dürfen wir nicht vergessen", so Pfeiffer, der sich in der Lokalgeschichte Rheinhausens bestens auskennt.

"Aber in welcher Form sollte der Stadt-Geburtstag gefeiert werden?" Diese Frage stellt sich auch Jürgen Konkol vom Bezirksamt Rheinhausen. Man müsse überlegen, wer so eine Veranstaltung organisieren würde, wo und wie: "Das würde einiges an Personal binden." Die zuständige Sachbearbeiterin für Kultur sei seit Jahresbeginn nicht mehr im Bezirksamt beschäftigt: "Die Stelle ist nach wie vor vakant." Und dann gibt Konkol zu bedenken: "So eine Feierlichkeit würde Geld kosten. Das müsste dann schon der Bezirk bezahlen. Das ist das nächste Problem." Konkol sagt offen: "Das war nie ein Thema, von keiner Seite, auch von Seiten der Stadt Duisburg nicht."

Bei der Stadt hat er bereits nachgefragt, ob eine solche Feier zumindest genehmigt würde. Sinngemäß habe die Antwort von höchster Stelle gelautet: "Wir haben nichts dagegen. Aber darum muss sich schon das Bezirksamt kümmern."

So ist es: "Die Initiative muss vom Bezirk ausgehen", bestätigt Stadtsprecherin Gabi Priem der Redaktion. Und so wird es sein: In der nächsten Woche will ein Runder Tisch mit Bezirksamtsleiter Carsten Alberts beraten, ob, wo, wann und wie ein Fest oder eine Feierstunde für Rheinhausen aus gegebenem Anlass organisiert wird. Dabei muss vor allem geklärt werden, wer die Kosten für so eine Veranstaltung trägt. "So etwas muss ja vernünftig organisiert werden", so Konkol.

Rheinhausens bekannter Markthändler Rudi Lisken sagt jedenfalls eindeutig "Ja" zu einem Gründungsfest: "So eine Feier würde ich mir wünschen." Schließlich habe der Ortsteil eine bundesweit bekannte Historie. Und "auch heute ist Rheinhausen mit Logport I und III, dem Businesspark Asterlagen, dem Gewerbegebiet Hohenbudberg und natürlich dem Wochenmarkt in Hochemmerich überregional bekannt und hat wirtschaftlich jede Menge zu bieten", so Lisken.

(RP)
Mehr von RP ONLINE