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Bürgerinitiativen in Duisburg: Wo sich Bürger engagieren

Hintergrund und Fakten : Wo sich Bürger in der Stadt engagieren

In Duisburg gibt es eine Reihe von bürgerlichen Zusammenschlüssen, die sich für oder gegen bestimmte Entwicklungen im Stadtgebiet einsetzen. Wir stellen sie vor und erklären, welche Ziele sie verfolgen.

Sie kämpfen für den Erhalt der Natur, gegen die Abholzung von Wäldern, eine Tunnellösung für den Neubau der A59 im Duisburger Norden oder die schnelle Instandsetzung der Cölve-Brücke: Die Rede ist von Bürgerinitiativen (BI). In Duisburg gibt es derzeit fünf größere, die mit zum Teil ungewöhnlichen Aktionen immer wieder in Erscheinung treten. Im Folgenden stellen wir sie vor.

Initiative „Naturerhalt Rahmerbuschfeld“ Geht es nach Duisburgs Stadtplanern soll der beschauliche Stadtteil Rahm in den kommenden Jahren deutlich wachsen. Auf dem sogenannten „Rahmerbuschfeld“ – einer Grünfläche am Waldrand, auf der heute Pferde grasen, will die Stadtverwaltung Einfamilienhäuser und einen Nahversorger bauen lassen. Es sind Pläne, die viele Rahmer ärgern. Denn das Rahmerbuschfeld dient ihnen als Naherholungsgebiet. Die Bürgerinitiative kämpft für den Erhalt der Fläche, die sie als „einzigartiges Biotop“ im Duisburger Süden beschreibt. Sie verweist darauf, dass die Fläche in der „300-Meter-Pufferzone“ des Naturschutzgebietes „Überanger Mark“ liege und mit ihr einen zusammenhängen ökologischen Raum bilde. Es gebe dort seltene Tierarten wie Feldlerche und Wiesenpieper.

Um ihre Ziele zu erreichen, will die Bürgerinitiative vor allem Aufklärungsarbeit leisten. so unterhält sie unter anderem unter der Adresse www.naturerhalt-rahmerbuschfeld.de eine aufwendig kuratierte Website mit allerlei Informationen.

Uferretter Der Bürgerinitiative Uferretter engagiert sich gegen die Pläne der Stadt, im Zuge der Realisierung von Sechs-Seen-Wedau weitgehende Veränderungen am Ufer des Masurensees vorzunehmen. Die Entwürfe der Stadtplaner sehen die Schaffung einer Uferpromenade vor. Auf ihrer Facebook-Seite schreibt die Initiative davon, dass dort die Natur-Idylle einer „Reißbrett-Ästhetik aus Beton, Stahl und Holz“ weichen solle. Die Bürgerinitiative tut viel, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. So fanden neben Aktiventreffen auch ungewöhnliche Aktionen wie ein „Singen für die Sechs-Seen-Platte oder ein Protest-Picknick statt. Vor der Ratssitzung am 30. Januar, bei der der Bebauungsplan für Sechs-Seen-Wedau beschlossen werden soll, wird es außerdem eine Protestkundgebung vor dem Rathaus geben.

Bürgerinitiative „Baerler Busch ist bedroht“ Ein Zusammenschluss von Baerler Bürgern sieht das größte Waldstück im Duisburger Westen in Gefahr. Die BI fordert, dass es bei Stadt- und Forstverwaltung vor dem Hintergrund des Klimawandels ein Umdenken hinsichtlich der Waldnutzung stattfindet. Sie will, dass anstelle einer forstwirtschaftlichen Nutzung die Schutz- und die Erholungsfunktion des Waldes in den Fokus gerückt werden. Aus diesem Grund hat sie zum Beispiel 3500 Unterschriften an den Regionalverband Ruhr übergeben. Und ihr Engagement hat Wirkung gezeigt: Der entsprechende Betriebsausschuss des RVR entschied im November, dass geplante forstwirtschaftliche Pflegemaßnahmen, die nach Ansicht der BI einen Kahlschlag im Wald bedeutet hätten, vorerst ausgesetzt werden.

„DU für den Tunnel“ Bei dieser Initiative handelt es sich um einen Zusammenschluss von Privatpersonen und Vereinen beziehungsweise Verbänden wie dem Meidericher Bürgerverein und Haus und Grund. Ziel der Initiative ist es, die entscheidenden Stellen in Stadt, Land und Bund davon zu überzeugen, dass die A59 im Duisburger Norden bei einem Neubau unter die Erde und nicht über eine Hochtrasse geführt wird. Das Verkehrsministerium und Straßen.NRW haben diesem Ansinnen aus Zeit- und Kostengründen zwar unlängst eine deutliche Absage erteilt, aufgeben will die Initiativen aber trotzdem nicht. Ihr geht es vor allem um die städtebaulichen Vorteile, die sich die Umsetzung einer Tunnellösung für den Duisburger Norden ergeben würden.

Die Cölve-Brücke ist noch immer für den Verkehr gesperrt. Die entsprechende Bürgerinitiative will, dass das Problem möglichst bald behoben wird. Foto: Dieker, Klaus (kdi)

IG Cölve-Brücke Eine der wohl auffälligsten Bürgerinitiativen des vergangenen Jahres war die Interessengemeinschaft Cölve-Brücke, die sich dafür einsetzt, dass das marode und zwischenzeitlich gesperrte Brückenbauwerk, das Rheinhausen, Rumeln und Moers Schwafheim verbindet, zeitnah und adäquat ersetzt wird. Die Brückensperrung bedeutet für Anwohner und Nahverkehr teilweise lange Umwege, für nahegelegene Geschäfte ist sie existenzbedrohend. Die Bürgerinitiative veranlasste eine Reihe von Demonstrationen, besuchte Ratssitzungen und sorgte für jede Menge Druck von der Straße. Der Erfolg gibt ihr Recht. Die Städte Moers und Duisburg haben sich auf die zeitige Umsetzung einer Behelfsbrücke verständigt.