Wersten: Der Bloodwohsch-Ovend der Werstener Jonges hat Tradition

Wersten : Der Bloodwohsch-Ovend der Werstener Jonges hat Tradition

Senf, Zwiebeln und ein Röggelchen - all das gehört zu einem Stück Blutwurst dazu. Und ein "Bloodwohsch-Ovend" ist ein Begriff auf Platt und heißt übersetzt Blutwurst-Abend. Und das nicht ohne Grund. Jedes Jahr zur Karnevalszeit feiert der Heimatverein "Werstener Jonges" eine große Karnevalsveranstaltung. Zum Abschied bekommt jeder Gast natürlich eines: eine Blutwurst.

Am Samstag feierten die Werstener Jonges den Blutwurst-Abend zum ersten Mal im schönen, neuen Pfarrsaal St. Maria Rosenkranz und sie hatten ein ordentliches Programm zu bieten. Neben dem Auftritt von Ballerinas ließ es sich auch der Vorstand des Vereins nicht entgehen, eine kleine Tanzeinlage aufzuführen. "Wir treten als Kunstschwimmer auf", erzählt Geschäftsführer Wolfgang Vergölts. "Da werden die schönsten Männer zu sehen sein", fügt der Baas des Vereins, Heinz-Leo Schuth, lachend hinzu. Er selbst werde die Moderation übernehmen, sagt er. Daher habe er auch kein buntes Kostüm an, wie die anderen, sondern ganz seriös einen Anzug. Der Heimatverein "Die Werstener Jonges" wird dieses Jahr 65 Jahre alt, aber ein veralteter Verein wollen sie trotzdem nicht sein. An ihren Traditionen halten sie zwar fest; das kann der Bloodwohsch-Ovend oder eine Mundart-Veranstaltung sein, damit das Düsseldorfer Platt bewahrt wird. In ihrem eigenen Archiv haben sie noch einige alte Anekdoten der Werstener in petto. Aber sie versuchen auch, sich neu aufzustellen. Sie organisieren Jahresausflüge, wie den Vatertagsausflug oder organisieren mit Schulkindern der vierten Klasse eine Stadtführung durch den Ortsteil Wersten. Seit etwa sechs Jahren können sich ebenso Neugeborene durch ihre Eltern direkt im Verein registrieren lassen. "So wollen wir auch wieder junge Menschen in den Verein holen", erklärt Vergölts.

Die rund 300 ausschließlich männlichen Mitglieder haben sich auf ein gemeinsames Motto geeinigt: "Werstener für Wersten". Das gilt für die Veranstaltungen und für den Blutwurst-Abend.

Bei Auftritten werden Werstener bevorzugt. "Uns ist es wichtig, dass Werstener auftreten. Ob sie professionell sind oder nicht", sagt Wolfgang Vergölts. Auch bei der Blutwurst wird genau ausgewählt. "Unser Werstener Metzger Peter Inhoven produziert die Wurst noch wie vor 60 Jahren" schwärmt Vergölts.

Ganz so viele Jahre wie der Verein hat die Blutwurst-Tradition zwar noch nicht hinter sich, doch sie fällt mit 61 Jahren nicht weit ab. Es ist also eine Premiere im neuen Pfarrsaal, aber eine alte Tradition, die sich schon seit Jahrzehnten bewährt. Zurückzuführen ist dieses Brauchtum auf einen nicht mehr bekannten Vorfahren im Heimatverein. Nach der Karnevalsveranstaltung sollte jeder Besucher zum Abschied eine Blutwurst bekommen.

So kamen nun auch in diesem Jahr viele Karnevalisten aus Düsseldorf, die Hälfte von ihnen aus Wersten. "Das darf man ja eigentlich gar nicht sagen, aber es sind auch welche aus Köln da", sagt Heinz-Leo Schuth. Auch politisch Aktive seien gekommen und einige Leute aus anderen Vereinen. "Also eine bunt gemischte Truppe heute", so Schuth. Viele Karnevalisten, eine Menge Spaß und die lange Tradition des "Bloodwohsch-Ovends" - das ließen sich die über 200 Gäste nicht entgehen.

(RP)
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