Luegalleefest in Düsseldorf-Oberkassel : Ein Stadtteil feiert und hilft bedürftigen Menschen

Zum Luegalleefest kamen Sonntag zahlreiche Gäste. Viele Einnahmen werden gespendet. Selbst mit dem Verkauf von Pelzen wurde Geld für gute Zwecke verdient.

Die Luegallee ist die lebendige Einkaufsstraße in Oberkassel. Auch sonntags, wenn normaler­weise die Geschäfte geschlossen sind, ist wegen des umfangreichen Gastronomieangebots die Straße nie verwaist. Doch selten ist so viel los wie gestern. Das Luegalleefest lockte am Sonntag die Menschen zum Barbarossaplatz und an die Dominikanerstraße. „Jedes Jahr kommen mehrere Tausend Besucher zu uns“, erläutert Manfred Simon. Er ist Geschäftsführer der Interessengemeinschaft (IG) „Wir in Oberkassel“, die seit 22 Jahren das Luegalleefest organisiert.

Diesmal trat die IG mit einem neuen Konzept an. „Wir in Oberkassel“ hatte namhafte Gastronomen aus dem Stadtviertel überzeugen können, sich und ihre Produkte erstmals auf dem Luegalleefest zu präsentieren. Auch musikalisch war man am Barbarossaplatz bestens aufgestellt. Vom Saxophon-dominierten Sound der Gruppe „Töchter Düsseldorfs“, über die abwechslungsreichen und manchmal leicht verrucht anmutenden Klänge der „Indigojazzlounge“, die mit Jazz, Bossa Nova und Akustik-Pop ihre Zuschauer überzeugte, bis hin zur Red-Hot-Chili-Peppers-Tribute-Kombo „Psycho Sexy Band“ wurde in direkter Nachbarschaft des Barbarossa-Brunnens für viele musikalische Geschmacksrichtungen etwas geboten.

Wem das nicht reichte, der schlenderte über die Luegallee auf die andere Seite, konnte sich die Band „Stella“ anhören oder sich auf der Dominikanerstraße von Disc-Jockeys zum Tanzen verführen lassen. Selbstverständlich war unter anderem mit Hüpfburg, einer aufblasbaren Kletterwand und der Bobbycar-Bahn auch für die Unterhaltung der Kleinsten gesorgt. „Wir möchten mit dem Luegalleefest all denen danken, die den Geschäften und Gastronomen des Stadtviertels treu bleiben“, erläutert Simon.

Im schicken Oberkassel denken die Bewohner und Geschäftsleute aber nicht nur an sich selbst, sondern unterstützen auch diejenigen, denen es nicht so gut geht, wie es den Oberkasselern allgemein zugeschrieben wird. So hatte Beate Jürgens zum siebten Mal den Stand von „Flying Hope“ aufgebaut und vor der Antoniuskirche wurde Second-Hand-Kleidung für karitative Zwecke an den Mann, beziehungsweise vorrangig an die Frau gebracht. Flying Hope ist ein gemeinnütziger Verein, der kostenlose Flüge für Kinder vermittelt, beispielweise zu medizinischen Behandlungen oder Kuraufenthalten, die nicht die notwendigen finanziellen Mittel haben, aber dringend Unterstützung brauchen. Wer diese gute Sache unterstützen wollte, konnte für drei Euro am Glücksrad drehen und Tombolalose kaufen – und viele Besucher taten dies. „Der Hauptpreis ist ein Rundflug über Düsseldorf für vier Personen“, verrät Beate Jürgens. Dazu hatten viele Unternehmen und auch Privatpersonen Preise gespendet. Fahrradhändler Willi Müller etwa spendete zehn Fahrradhelme aus seinem Fundus. Insgesamt kamen 1800 Euro zusammen, die von den Zahnärztinnen Beate Jürgens und Susanne Hörmann verdoppelt werden.

An der Antoniuskirche wirbelte Christine Schwöbel mit 20 Helfern, um die Kleiderkammer ans Tageslicht zu befördern und den kaufwilligen Besuchern möglichst attraktiv zu präsentieren. Auch Pelze waren darunter. „Ich habe nicht gedacht, dass wir bei dem Wetter auch nur einen Pelz verkaufen. Wir sind aber schon einige Stücke los geworden“, sagt Schwöbel verblüfft und erfreut. Kein Wunder bei den Preisen. So war ein fesches Nerzjäckchen mit lediglich 45 Euro ausgezeichnet. „Wir wollen sie doch los werden. Jeder Euro, den wir einnehmen, kommt direkt karitativen Zwecken zugute, nichts wird abgezogen“, betont Schwöbel. Die Erlöse des Second-Hand-Verkaufs von gestern gehen an das Hospiz am Evangelischen Krankenhaus in Düsseldorf.

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