Oberkassel: Einzelhandel auf der Luegallee ist in Bewegung

Düsseldorf Oberkassel : Einzelhandel an Luegallee im Wandel

Die Oberkasseler Einkaufsmeile verändert sich einmal mehr. Alteingesessene Geschäfte schließen, neue werden eröffnet. Und dann gibt es noch das ungelöste Problem mit dem Hochbahnsteig.  

Einige Schaufenster sind verhangen, andere tragen Zettel mit Anmerkungen zur Verlegung oder Schließung des Geschäfts und eine Apotheke mit verschlossenen Türen ohne jeden Hinweis gibt Rätsel auf. Der Einzelhandel auf der Luegallee ist in Bewegung. „Ein gewisser Wechsel auch innerhalb einer Branche ist normal. Die Luegallee lebt“, beruhigt Manfred Simon, Geschäftsführer der Werbegemeinschaft „Wir in Oberkassel“.

Beim Optiker Fielmann ist die Sache ohnehin eindeutig. Niederlassungsleiter Thomas Gerber erklärt: „Die Geschäftsräume in der Hausnummer 107 werden auf den neuesten Stand gebracht. Bis zur Neueröffnung, voraussichtlich im Juni, sind wir gegenüber auf der anderen Straßenseite zu finden.“ Dort hatte Maximilian Arndt seinen Verkaufsraum. Er wiederum ist weitergezogen an die Luegallee 120, ehemals Blumen Hartung. Gegenüber hat Apollo-Optik seine Filiale geschlossen, Interesse an einer Anmietung hat ein anderer Optiker.

Die Pläne für die Räume Luegallee 85 – zuletzt Damenmode Lotalla – sind konkreter. Dort werden die Flächen mit kleinen baulichen Veränderungen für die Nutzung eines Hörgeräte-Akustikers vorbereitet. Rätsel dagegen gibt die geschlossene easyApotheke auf. Obwohl sich hinter der Tür im Eingangsbereich – ohne jeden Hinweis auf die Schließung – die Post auf dem Fußboden stapelt, scheint der Innenbereich für Kunden bereit zu sein. Nachbarn im angrenzenden Telekom Shop berichten, dass die Apotheke seit Monaten geschlossen ist und sich die Kunden – meistens Patienten – bei der Medikamentenversorgung im Stich gelassen fühlen. Zugehängte Schaufenster dagegen zeigt die ehemalige Textilreinigung Kokkinos an der Belsenstraße 2. „Der neue Vermieter möchte dort ein Immobilienbüro unterbringen“, ist von der Familie Kokkinos zu hören. Nebenan in der Bäckerei Terbuyken erzählt Verkäuferin Isabell, dass der Hauseigentümer auch hier eine Aufgabe der Geschäftsräume wünscht: „Aber wir sind hartnäckig.“

Ein weiterer unmittelbarer Nachbar, früherer Besitzer und jetzt zeitweise im Kiosk beschäftigt, berichtet von einem Neun-Jahres-Vertrag plus fünf Jahren Option. „Wir bleiben hier. Ich habe die komplette Entwicklung erlebt. Der Besitzer des Gebäudekomplexes hat die Räume über uns gewissermaßen entkernt, nur noch die Mauern stehen. Dort entstehen Luxus-Wohnungen“, bedauert Charalampos Kokkinos, bekannt als Babij.

Bewegung ist auch im unteren Teil der Luegallee um die Hausnummer 40 zu verzeichnen. Yomaro Frozen Joghurt hat nach der Winterpause wieder geöffnet. „Wenn es warm wird, kommen auch die Bänke vor die Tür“, verspricht Georgios Bouzas. Nebenan stehen die Räume von Kaiser-Wohnkultur seit Ende 2018 leer. Es gibt Vermutungen, dass ein Juwelier an der Anmietung der Räume Interesse hat. In unmittelbarer Nähe, Luegallee 33, ging auch die Ära der Buchhandlung Gudrun Lange zu Ende. „Wir benötigen die Fläche, um die angrenzenden Praxisräume zu erweitern“, erklärt Hals-Nasen-Ohren-Mediziner Matthias Meisel als Eigentümer der Immobilien. In drei Abschnitten soll der Umbau erfolgen. „Es geht bald los“, lautet die positive Nachricht.

Grundsätzlich erinnert Manfred Simon daran, dass die teils überhöhte Preisgestaltung bei der Vermietung häufig ein Problem darstellt: „Auch die Immobilien-Eigentümer haben eine gewisse Verpflichtung.“

Und was meinen die Passanten? Sie möchten nicht namentlich genannt werden, finden aber: „Ein großes Plus sind die vielen inhabergeführten Geschäfte und das vielfältige Gastronomie-Angebot vom kleinen Imbiss bis zur gehobenen Küche. Hier stimmt alles – auf der Luegallee fehlt nichts.“

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