Theater an der Luegallee Düsseldorf

Theater an der Luegallee Düsseldorf : Gute Unterhaltung vor intimer Bühne

Das Theater an der Lueg­allee wurde vor gut 40 Jahren gegründet. Noch immer sind die rund 75 Plätze bei Freunden leichter Komödien beliebt.

Das Theater an der Lueg­allee ist hinsichtlich des bevorzugten Genres ein klassisches Boulevard-Theater, zudem unterstreicht die Lage der intimen Bühne den Status: Schließlich liegt das Theater nur wenige Schritte von Oberkassels Platanen-Boulevard Luegallee entfernt, auch wenn sich der eigentliche Eingang auf der Burggrafenstraße befindet. Über eine leicht abschüssige Passage gelangt der Besucher in einen Zuschauerraum, der zwar kleiner sein dürfte als manches Wohnzimmer entlang Kaiser-Wilhelm- oder Kaiser-Friedrich-Ring, aber als Kulturort in Oberkassel eine Größe ist. Und weil das so ist, gibt es für die Miete eine finanzielle Unterstützung durch das Kulturamt. Seit 2005 liegen Intendanz, Regie, Schauspielerei und Texterstellung in den Händen des Direktoren-Duos Ingrid Wanske und Joachim Meurer.

Geschichte 1980, also vor fast 40 Jahren, hatte Isolde Rasem das Theater gleichsam als Wohnzimmer-Bühne für die Oberkasseler Nachbarschaft gegründet. Da großer Idealismus häufig mit einem finanziellen Überlebenskampf einhergeht, übernahmen 1999 Joachim Meurer, Ingrid Wanske und Wolfgang Welter schließlich das Theater an der Luegallee und erweiterten dessen Strahlkraft über den Stadtteil hinaus. Erfolgreich setzte das Trio den Traum von einem Zimmertheater fort. Es möchte auf rund 75 Sitzplätzen seinen Gästen ein unvergessliches, weil unmittelbares Theatererleben bereiten. „Klein, aber fein“, lautet das einfache Motto des Privattheaters, in dem nicht nur auf der Bühne Ehen gestiftet wurden. Neulich gab es einen Reservierungswunsch, weil es anlässlich des Hochzeitstages erneut dieselben Plätze wie beim Kennenlernen sein sollten, berichtet Meurer. Vor einigen Monaten ist Christine Reichert, Schauspielerin und Regisseurin, auch in die Theaterleitung eingestiegen. Für sie ist klar, dass sie das Theater, falls sich Wanske und Meurer einmal verabschieden sollten, in deren Sinn weiterführen wird.

Ausstattung Im Theater an der Luegallee sind die Plätze im rechten Winkel um die Bühne angeordnet, das Publikum genießt also die unmittelbare Nähe zum Bühnengeschehen. Eine kleine Bar verhindert, dass das Publikum nicht verdursten muss. Die Bar dient auch als beliebter Treffpunkt zwischen Ensemblemitgliedern und Gästen nach den Vorstellungen.

Programm Das Bühnenprofil huldigt vorrangig dem klassischen Boulevard-Theater, wobei sich das Intendanten-Duo Wanske/Meurer gelegentlich auch als Autoren einbringt oder die Regie übernimmt. Komplettiert wird das Programm mit Revuen, Soireen sowie Gastspiele. Für die Umsetzung von schauspielerischer Leichtigkeit und Humor müssen es zwar Profis, aber nicht unbedingt immer die bekannten Namen sein. Die Vorstellungen finden in der Regel täglich statt, lediglich montags bleibt der Vorhang geschlossen. Eine Ausnahme dabei bildet die Montags-Soirée, die mit ihrem Revue-Charakter einmal im Monat dann auf dem Programm steht.

Vorschau Ab dem 23. Juli heißt es „Dreierpack“: Drei Freundinnen um die 50 erfahren, dass eine ihrer Töchter ein Verhältnis hat mit einem Mann, den die Damen ebenfalls in ihrer Jugend umschwärmten. Nach einer Bühnenpause Anfgang September geht es am 19. September weiter mit der Komödie „Flurgeflüster“: Die Bewohner eines Mietshauses rätseln über einen neuen Bewohner.

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