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Pfützen machen Parkwege in Düsseldorf Kaiserswerth unpassierbar

Bürgermonitor Düsseldorf : Viele Pfützen machen Parkwege unpassierbar

Nach Regen bilden sich an zahlreichen Stellen im Kaiserswerther Grünzug große Pfützen, die nur schwer umgangen werden können.

An der Fußgängerunterführung unter der Niederrheinstraße geht nach einer Regennacht gar nichts mehr. Dort, wo auch der Radweg und der Verbindungsweg vom großen Parkplatz am Kreisverkehr in das Zentrum entlang führen, hat sich eine große, rund 15 Zentimeter tiefe Pfütze gebildet, an der Fußgänger und Radfahrer zunächst einmal ratlos stehenbleiben. Während die Radler sich entschließen, vorsichtig und im Schneckentempo durch die Lache zu fahren, immer darauf bedacht, dass das Wasser nicht bis zu den Beinen hoch spritzt, versuchen die Fußgänger die Pfütze zu umgehen. Das ist aber nicht einfach, denn auch die angrenzenden Wiesen sind matschig und an einigen Stellen sehr glitschig. „Duisburg hat die Sieben-Seen-Platte. Wir haben dafür den 40-Pfützen-Weg“, sagt Michael Dreesen, der versucht, der ganzen Sache noch mit Humor zu begegnen.

Dreesen ist Hundebesitzer und kennt sich deshalb bestens in den Grünanlagen in und um Kaiserswerth aus. Täglich dreht er mit Hündin Emma eine Runde durch den Kaiserswerther Grünzug, der rund um den historischen Ortskern führt. Bei schönem Wetter ein Vergnügen; hat es jedoch geregnet, machen Pfützen an vielen verschiedenen Stellen die Wege unpassierbar. Vor zwei Jahren hat Dreesen deshalb bereits Kontakt zum Straßenverkehrsamt aufgenommen und diesem auch Fotos geschickt. „Eine Reaktion darauf habe ich nicht erhalten und passiert ist leider auch nichts, dabei würde an einigen Stellen schon etwas Schotter genügen, um das Problem zu beseitigen.“

Als einer der Verursacher hat Dreesen die Awista ausgemacht, die mit Fahrzeugen in den Park fährt, um die Mülleimer zu leeren. „Die Eimer stehen aber alle in der Nähe von Straßen. Das könnte man also auch zu Fuß erledigen“, ist Dreesen überzeugt. Die schweren Fahrzeuge würden nämlich den Boden verdichten, so dass das Wasser nur schlecht versickern kann, und Fahrrinnen verursachen, in denen sich das Wasser dann sammelt.

An anderen Stellen wie auf dem Barbarossawall haben Wurzeln den Boden uneben gemacht. „Für ältere Menschen ist es deshalb ohnehin schwer, diesen schönen Weg zu nutzen. Mit den großen Pfützen nach einem Regen wird das unmöglich“, sagt Anwohnerin Kornelia Tangerding. Deshalb kann Brigitte Herrmann, die dort gerne mit Hund Baby spazieren geht, den Weg auch kaum mehr nutzen. „Der ist einfach nur katastrophal“, sagt die 85-Jährige. Das Problem ist auch schon länger der Politik bekannt. Bereits vor zwei Jahren hat die Bezirksvertretung 5 einstimmig die Verwaltung gebeten, die Wege im südlichen Grünzug von Kaiserswerth in Ordnung zu bringen.

Die Verwaltung hatte aber darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Weg um einen reinen Freizeit- und Erholungsweg handeln würde, der in Ausnahmefällen auch gesperrt werden könnte, da es einen Umweg entlang der Niederrheinstraße gebe. Da sich an diesem Weg inzwischen aber auch große Pfützen bilden und da die Politiker eine Zunahme von Sperrungen durch immer häufigere Starkregenereignisse befürchten, hat die SPD nun erneut einen Antrag gestellt. Diesem ist die Bezirksvertretung wieder einstimmig gefolgt. „Eine Sperrung des Weges ist angesichts des geringen Kostenaufwands nicht akzeptabel“, sagt Antragssteller Dieter Horne (SPD). Denn die Verwaltung hatte angegeben, dass die Instandsetzung der Wege rund 9000 Euro kosten würde, diese Gelder aber nicht zur Verfügung stünden.

Der Ausbau des Grünzugs rund um die Kaiserswerther Altstadt war eine von vielen Maßnahmen, die 2007 beschlossen wurden, um den Stadtteil weiterzuentwickeln. 2011 wurde als erster Abschnitt der südliche Grünzug, also der Bereich zwischen Barbarossawall und Niederrheinstraße, neu gestaltet. 2016 folgte dann der nördliche Grünzug, ein 500 Meter langer Wanderweg zwischen Eulenbergweg und Arnheimer Straße, der rund 480.000 Euro gekostet hat.

Das Ziel des Rundweges ist es, die historischen Strukturen der ehemaligen Stadtbefestigungsanlage besser sichtbar und die niederrheinische Kulturlandschaft erlebbar zu machen. Der Grüngürtel wurde deshalb dem Charakter der Niederrheinlandschaft entsprechend als Wiesenlandschaft mit Einzelbäumen und Baumgruppen gestaltet. Die historische Bastionsmauer, die zwischen den beiden Abschnitten der Grünanlage liegt und von der noch 60 Meter erhalten sind, wurde zudem aufwendig instandgesetzt. Rund 1,6 Millionen Euro wurden für den dauerhaften Erhalt des Bauwerks, das ab dem 16. Jahrhundert gebaut wurde, investiert.